Mering | Linienbus kollidiert mit Regionalbahn

Es ist Montagmorgen (07.09.2020) gegen 5:50 Uhr, als bei der Leitstelle die Meldung eingeht, dass sich in Mering im schwäbischen Landkreis AichachFriedberg ein Unfall am Bahnübergang ereignet hat. Nach ersten Informationen soll eine Regionalbahn an einem Bahnübergang einen Linienbus erfasst haben. Sofort wird Großalarm bei den Rettungskräften und der Polizei ausgelöst, dann bei zwei Beförderungsmitteln im öffentlichen Personennahverkehr ist im schlimmsten Fall mit vielen Verletzten zu rechnen.

200907_Bahnunfall_Mering_12 Mering | Linienbus kollidiert mit Regionalbahn Aichach Friedberg News Newsletter Polizei & Co Region | Presse Augsburg
Foto: Schmelzer

Vor Ort angekommen sondieren Alexander Wagenpfeil, Leiter der Polizeiinspektion Friedberg und seine Kollegen erst einmal die Lage: „Für die Einsatzkräfte war natürlich wichtig, wie viele Verletzte haben wir. Sprich, wir haben Kontakt aufgenommen mit der Zugführerin. Zum Glück keine Verletzten, so wie es im Moment aussieht. Auch die Zugführerin selber nur unter Schock gestanden. Der Bus selber war nicht mit Fahrgästen besetzt, sondern unterwegs zu seinem Startpunkt. Der Busfahrer stand unter Schock“. Ein glücklicher Umstand, der auch hätte anders enden können, wie der erfahrene Polizeibeamte weiß: „Wenn Sie sich das jetzt anschauen, der Bus ist stark beschädigt im Heckbereich. Wenn dort Fahrgäste gesessen wären, wären die aller Voraussicht nach verletzt gewesen“.

Doch wie konnte es eigentlich zu dem Unglück kommen? Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand der Polizei fuhr der Bus vermutlich bei Rotlicht in den beschrankten Bereich des Bahnübergangs ein. Dort traf ihn dann die herabsenkende Schranke, woraufhin der Fahrer ausstieg und den Schaden begutachtete. In diesem Moment kam der Zug, der vom Ammersee in Richtung Augsburg unterwegs war. Die Lokführerin konnte einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern und so erfasste die Regionalbahn den Linienbus am Heck. Durch die Wucht des Aufpralls drehte sich der Bus im Anschluss um 180 Grad. Zum Glück waren noch keine Fahrgäste in dem Bus, denn er war auf dem Weg zum Startpunkt der Linie. Ebenfalls ein glücklicher Umstand ist, dass weder die Lokführerin, noch die 20 Insassen der Regionalbahn Verletzungen davontrugen.

Der Rettungsdienst betreute sowohl die unter Schock stehende Lokführerin, wie auch den geschockten Busfahrer. Während letzterer nicht zum Arzt musste, fuhr der Rettungsdienst die Frau zur weiteren Kontrolle und Behandlung in die Praxisklinik nach Mering. Wie lange die Behinderungen durch den Unfall noch anhalten ist derzeit unklar. Die Schrankenanlage ist auf jeden Fall massiv beschädigt.