Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei (EVP) für die Europawahl, Manfred Weber (CSU), ihre Loyalität versichert, aber gleichzeitig ihre Zweifel am System des Spitzenkandidaten deutlich gemacht. Sie habe schon vor fünf Jahren ihre „Skepsis gegen das Prinzip Spitzenkandidat geäußert“, sagte Merkel der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). Als „gutes Mitglied“ der Europäischen Volkspartei setze sie sich aber dafür ein, dass deren Kandidat Weber EU-Kommissionspräsident wird, falls die EVP stärkste Kraft bei der Europawahl werde. merkel-versichert-loyalitaet-gegenueber-weber Merkel versichert Loyalität gegenüber Weber Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen Abbruch Absage Änderung Angela Merkel Angriffe Austritt CDU CSU Deutschland eigene Entscheidung Es EU Europa Europäischen Union Europawahl EVP-Fraktion Großbritannien Kanzlerin Kommunalwahlen london MAN merkel Politiker Schuldenkrise sicher Spiel Stream Syrien Terror Türkei Union Urteil Verfahren Weber | Presse AugsburgManfred Weber (CSU), über dts Nachrichtenagentur

Weber genieße das Vertrauen der EVP-Fraktion. Nachdem beim letzten EU-Gipfel im rumänischen Sibiu eine breite Ablehnung gegen das Spitzenkandidaten-Prinzip deutlich wurde, machte Merkel mit dieser Äußerung ihre Distanz zu dem Verfahren deutlich. Ihre Unterstützung für Weber als Kommissionspräsidenten schließe nicht aus, „dass Deutschland andere herausragende Persönlichkeiten für andere Ämter hat“, so die Kanzlerin weiter.

Sie thematisierte zum ersten Mal auch inhaltliche Differenzen zu Weber. Es gebe bei der Beurteilung der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 „eigene Positionen“. Weber komme „aus gesamteuropäischer Perspektive“ zu einer anderen Lösung, ihre Position sei mit den deutschen Interessen und mit Europa „kompatibel“. Während Weber für eine Beendigung des Pipeline-Projekts plädiert, hebt Merkel die Änderung der Gasrichtlinie in der EU hervor und spricht von einem „erstaunlich einvernehmlichen Weg“.