Merkel warnt vor vielfachem Sterben „auf den letzten Metern“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich betroffen gezeigt über Schicksale von alten Menschen, die bei ausbleibenden Impfungen in Angst vor einer tödlich verlaufenden Corona-Infektion leben müssen.

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

„Da gibt es dramatische Schicksale“, sagte Merkel in einem Interview mit RTL/ntv. Umso mehr müsse man die anderen Schutzregeln einhalten, gerade in den Pflegeheimen. Merkel wörtlich: „Wir müssen jetzt ganz, ganz vorsichtig sein,  damit auf den letzten Metern nicht so viele Menschen noch sterben.“ Zugleich betonte Merkel, wie ungewöhnlich schnell Impfstoffe zustande gekommen seien. Merkel: „Wenn Sie mich im Sommer des Jahres 2020 gefragt hätten, ob wir zu Weihnachten einen Impfstoff haben, wäre ich ganz zögerlich gewesen das zuzusagen. Ich finde das ist schon ziemlich schnell gegangen.“

Zudem verteidigte Merkel ihre Entscheidung, die Impfstoffe über die Europäische Kommission zu erwerben, die wegen geringer Bestellmengen und des späten Bestellzeitpunktes heftig kritisiert wird. Merkel: „Es ist einfach nicht erwiesen, dass, wenn wir mehr bezahlt hätten oder mehr bestellt hätten, wir am Anfang mehr bekommen hätten.“ Der Impfrückstand auf Großbritannien erkläre sich durch die dortige „Not-Zulassung“, so die Kanzlerin. Die EU habe sich für einen „gründlichen Weg“ entschieden. Merkel: „Deshalb ist es ein bisschen langsamer gegangen, das ist richtig, aber ich glaube, wir werden da auch noch ein ganzes Stück aufholen.“