Habeck-Ministerium stoppt Förderung von Effizienzhäusern und energetischen Sanierungen

Angesichts des Stopps einzelner KfW-Programme zur Bauförderung wirft der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) der Bundesregierung „eigenheimfeindliche Politik“ vor. „Viele Familien, die neu bauen oder ihr Haus sanieren wollen, haben auf das Programm vertraut und darauf ihre Finanzierung aufgebaut. Sie sehen jetzt ihre Pläne zerstört“, sagte Hans zu „Bild“ (Dienstagausgabe).

Ministerpraesident Hans Kritisiert Stopp Der Kfw BaufoerderungBaustelle, über dts Nachrichtenagentur

Gerade in Zeiten „explodierender Energiepreise“ bräuchten junge Familien Hilfe und Förderung beim Bau eines energieeffizienten Eigenheims. „Was die Bundesregierung jetzt tut, ist das genaue Gegenteil. Es ist eine eigenheimfeindliche Politik, junge Menschen beim klimagerechten Bauen von heute auf Morgen im Regen stehen zu lassen“, sagte Hans weiter, „es ist wohl der neue Stil der Ampel, die Menschen quasi über Nacht vor vollendete Tatsachen zu stellen. Nach Impf-/Genesenenstatus-Gau droht jetzt die nächste Hauruck-Aktion der Bundesregierung auf dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes.“

Auch Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer  kritisiert die Entscheidung des Habeck-Ministeriums schwer: „Der plötzliche Stopp der KfW-Förderung ist ein Desaster für Klimaschutz und Bauherren. Die Bundesregierung muss sofort verlässliche Grundlagen für Förderungen schaffen. Wir brauchen mehr und bezahlbaren Wohnraum, kein Förderchaos! Laufende Förderprogramme so kurzfristig zu stoppen, ist ein schwerer Schlag und ein herber Vertrauensverlust gegenüber dem Bund. Diese Entscheidung greift nicht nur bestehende Projektplanungen an. Bauherren können noch nicht einmal umplanen, weil neue Förderprogramme fehlen. Es ist zu befürchten, dass die Zahl der neuen Wohnbauprojekte in diesem und nächstem Jahr spürbar zurückgehen wird, da die bisherige Förderung des Bundes eine wesentliche Grundlage der Projektfinanzierungen gewesen ist.“

Der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bedauert den heute verkündeten Förderstopp des Programms Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ebenfalls: „Wir brauchen vom Bund rasche Klarstellung, wie die energieeffiziente Gebäudeförderung fortgeführt werden soll. Die Förderung für energieeffizientes Bauen ist für das Erreichen der ambitionierten Klimaziele im Gebäudebereich besonders wichtig und muss daher verstetigt werden. Bau- und Sanierungswillige ebenso wie die Energieberater-Branche sind auf verlässliche Rahmenbedingungen und langfristige Planbarkeit angewiesen“, erklärte der Staatsminister.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hatte am Montag kurzfristig die Bundesförderung für effiziente Gebäude durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit sofortiger Wirkung vorläufig gestoppt. Endgültig eingestellt wird jetzt auch die Neubauförderung des Effizienzhauses EH 55.

Hinweis auf KfW-Webseite vom 24.01.2022

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dts/pa