Missbrauch: Woelki entbindet Mitarbeiter von ihren Pflichten

Ein Jahr lang hat der Kölner Kardinal Woelki ein Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen zurückgehalten. Nun wurde eine neue Untersuchung vorgelegt. Kurz nach der Vorstellung des 800 Seiten starken Textes werden erste Konsequenzen gezogen.

Rainer Maria Woelki, Kardinal Erzbistum Köln «Wir wissen bereits seit Jahren, dass sich Geistliche schuldig gemacht haben. Sie haben sich schuldig gemacht, indem sie das in sie gesetze Vertrauen missbraucht und ihnen anvertrauten Menschen Gewalt zugefügt haben und das in vielen Fällen ohne dafür bestraft zu werden und – um so schlimmer- ohne dass die von dieser Gewalt Betroffenen im letzten wirklich ernst genommen wurden, geschweige denn dass sie geschützt wurden.»

Die Amtsträger Schwaderlapp und Assenmacher sind mit sofortiger Wirkung vorläufig von ihren Aufgaben entbunden. Dominikus Schwaderlapp war früher Generalvikar des Erzbistums und ist heute Weihbischof. Günter Assenmacher ist als Offizial unter anderem für kirchengerichtliche Angelegenheiten zuständig. Woelkis Entscheidung war eine Reaktion auf ein neues Gutachten. Woelki selbst wurde in dem neuen Gutachten nun allerdings ausdrücklich in Schutz genommen.