Mobile Heilpädagogik fördert Inklusion

Wie schaffen es Kinder mit besonderem Verhalten, den Krippen- oder Kindergartenalltag zu bewältigen? Und welche fachliche Unterstützung gibt es für das Tagesstättenteam? Hier setzt die Mobile Heilpädagogik (MHP) an, ein neues gemeinsames Angebot des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA) und des Evangelischen Kinder- und Jugendhilfezentrums der Stiftung Evangelisches Waisenhaus und Klauckehaus Augsburg. Beide Träger haben zusammen die Konzeption des Projektes erarbeitet, in dem aktuell die Diakoniemitarbeiterinnen Silke Knauer und Michaela Uffinger beschäftigt sind. Kostenträger ist der Bezirk Schwaben bei Krippen- und Kindergartenkindern und die Stadt Augsburg bei Schulkindern.

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In ihrer Arbeit setzen die Heilpädagoginnen Silke Knauer (links) und Michaela Uffinger auch Handpuppen ein. | Foto: DWA/Riske

 

Die MHP richtet sich an Kinder in Krippen, Kindergärten und Horten und deckt somit die Altersspanne von 0 bis 14 Jahren ab. Zielgruppe sind Mädchen und Buben mit Auffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich sowie mit Entwicklungsverzögerungen bzw. -störungen. „Oft bedarf es einer Meldung von außen“, sagt Uffinger. Das heißt: Viele Eltern werden durch den Hinweis einer Erzieherin oder auch des Kinderarztes auf einen möglichen Förderbedarf ihres Kindes aufmerksam gemacht. Die MHP erleben sie dann als Unterstützung.

Am Anfang steht die Beziehung – so erklären Knauer und Uffinger ihren Ansatz. Sie suchen nach Ursachen für das gezeigte Verhalten und nach Lösungen, die dem Wohl des Kindes entsprechen. Die Heilpädagoginnen arbeiten kindzentriert und umweltorientiert, d.h. sie beziehen Eltern und Erzieher oder Lehrer mit ein. Neben der Einzelförderung gibt es Gruppenstunden, um z.B. soziale Kompetenzen zu trainieren. „Das kann man in Rollenspielen gut üben“, so Knauer. Dabei gehe es nicht darum, unerwünschtes Verhalten wie Aggressionen zu bestrafen, sondern alternative Handlungsweisen zu erarbeiten und diese positiv zu verstärken. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Prozesses ist die enge Zusammenarbeit mit den Fachkräften in den Kindertagesstätten.
Die  MHP versteht sich als Integrationshilfe für Kindertageseinrichtungen. Sie kann dazu beitragen, dass ein Kind in einer Regeleinrichtung bleiben und dort gemeinsam mit Kindern ohne Förderbedarf lernen kann. Damit leistet das Angebot einen wichtigen Beitrag zur Inklusion.

pm