Die Qualitätsprobleme der Deutschen Bahn lassen das politische Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, nach Überzeugung der Monopolkommission in weite Ferne rücken. Der schlechte Zustand der Infrastruktur und die steigende Zahl von Baustellen verschärften die Schwierigkeiten, die sich in der schlechten Pünktlichkeit der Fernzüge widerspiegelten, künftig noch, warnt die Kommission, welche die Bundesregierung in Wettbewerbsfragen berät, in ihrem neuen Sondergutachten, über welches die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet. „Um den Schienenverkehr zu stärken, sind nicht nur Investitionen in die Infrastruktur notwendig, sondern auch Änderungen am institutionellen Rahmen“, sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, der Ökonom Achim Wambach, der FAZ in Berlin. ICE, über dts Nachrichtenagentur

In dem neuen Sondergutachten, welches am Donnerstag veröffentlicht wird, macht die Monopolkommission Vorschläge zur Verbesserung der Qualität des Bahnverkehrs. Sie empfiehlt, eine verursachergerechte Haftung für Verspätungen einführen. Die DB Netz sei für etwa ein Drittel davon verantwortlich.

„Verantwortliche sollten für die von ihnen verursachten Verspätungen selbst aufkommen“, heißt es. Derzeit müsse der Infrastrukturbetreiber nicht für von ihm hervorgerufene Schäden haften. „Mit Ausgleichszahlungen zwischen DB Netz und den Eisenbahnverkehrsunternehmen können alle Marktakteure dazu bewegt werden, zu mehr Pünktlichkeit beizutragen“, schreiben die Regierungsberater. Einen Anreiz für mehr Pünktlichkeit könnte auch eine neue Versicherung bieten, die die allgemeinen Fahrgastrechte ergänzen könnte.