Mord am Ammersee nach über 17 Jahren aufgeklärt

Vor 18 Jahren, am Montag, 08.01.1996, gegen 08.50 Uhr, wurde der damals 52-jährige Bibliotheksangestellte Josef E.  beim Verlassen seiner Wohnung am Koebkeweg in Herrsching am Ammersee von einem unbekannten Täter erschossen. polizei_schild Mord am Ammersee nach über 17 Jahren aufgeklärt News Polizei & Co Ammersee Herrsching Mord | Presse Augsburg

Der Täter hatte sein Opfer kurz angesprochen und dann mehrere tödliche Schüsse aus einer Pistole Walther PPK, Kaliber 7.65 abgegeben. Die für den Fall zuständige Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck rekonstruierte den Fall bis ins letzte Detail und bat mehrfach die Öffentlichkeit um Unterstützung. Auch die Auslobung einer Belohnung von 10.000 Euro brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Seit Anfang November vergangenen Jahres ermittelt die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck nun aufgrund eines konkreten Tatverdachtes gegen einen 65-jährigen Mann, der wegen einer psychischen Erkrankung seit längerer Zeit stationär in einem Klinikum untergebracht ist.

Ende Oktober 2013 machte der 65-Jährige einem behandelnden Arzt in der Klinik die Mitteilung, dass er eine wichtige Information hätte und auch wünsche, dass die Strafverfolgungsbehörden davon erfahren. Der heute 65-jährige Patient gestand die 17 Jahre zurückliegende Tötung des 52-jährigen Angestellten in Herrsching. Er gab an, dass er das Opfer verwechselt hätte. Eigentlich wollte der Täter den damaligen Leiter der Polizeiinspektion Herrsching töten. Das Motiv dürfte schon damals in der Krankheit des Mannes begründet gewesen sein.

Die bislang von der Kripo Fürstenfeldbruck getroffenen Feststellungen zu vorliegenden Indizien führten zu einem Antrag der Staatsanwaltschaft München II auf Erlass eines Unterbringungsbefehles, der vom AG München bestätigt wurde. Inzwischen wurde auch ein Antrag auf Durchführung eines Sicherungsverfahrens gestellt. Der Beschuldigte befindet sich derzeit in der forensischen Abteilung des IAK München Ost.

Bei der Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck löste die Nachricht über das Geständnis Freude und Zufriedenheit aus. Viele Kriminalbeamte waren damals noch unmittelbar selbst mit der Abarbeitung des spektakulären Falles befasst. Der kriminalpolizeilich zunächst gebotenen Skepsis zum überraschenden Geständnis folgte letztlich die Zufriedenheit über die Aufklärung eines Mordes, dessen Tatgeschehen damals, unabhängig von den Angehörigen, Bürger und Polizei gleichermaßen entsetzte.