Schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man sich in eine der 27 Zeppelin-Gondeln des Hi-Sky-Riesenrades traut. Mit 78 Metern Höhe ist das Hi-Sky nämlich 30 Meter höher als das Wiesn-Riesenrad und belohnt mit einer spektakulären Aussicht auf München, die Alpen und das Werksviertel-Mitte.

„Schau mal, da auf dem Dach. Da sind Schafe!“, ruft ein Mädchen aufgeregt und presst sein Gesicht gegen die Scheibe der Gondel. „Und Hühner!“, ergänzt der jüngere Bruder. Die beiden haben die Stadtalm auf dem WERK3 entdeckt. Hier initiierte man im Werksviertel-Mitte ein Projekt, bei dem sich Kinder- und Jugendliche in generationenübergreifender Zusammenarbeit mit Nachhaltigkeit beschäftigen.

Der Blick von hier oben auf die spannendste Baustelle der Stadt vermittelt noch einmal eine ganz neue Perspektive auf das urbane, quirlige Stadtquartier, das derzeit im Münchner Osten entsteht. Allein wie nah sich das WERK4 an das WERK3 drückt. Solche Häuserfluchten kennt man so sonst nur aus New York oder anderen amerikanischen Städten mit ausgeprägter Skylinekultur. Stellt man sich dann noch vor, dass es am WERK4, ein neuer Hostel-Hotel-Komplex, später auch noch eine große Kletterwand im Freien geben wird, bekommt man eine Ahnung davon, wie sehr das Werksviertel München in ein paar Jahren verändern und bereichern wird. Und hier wurden vor 30 Jahren noch Knödel und Kartoffelpüree durch die Firma Pfanni hergestellt? Da ein Großteil der alten Gebäude erhalten wurde, kann man sich in die industrielle Vergangenheit des Viertel noch sehr gut hineindenken. In einer alten Kartoffellagerhalle befindet sich heute eine Musicalbühne. Aus dem alten Produktionsstraßen im WERK3 sind Loft-Büros und Künstlerateliers geworden und der ehemalige Kartoffelsilo wird kurzerhand ins neue WERK4 integriert und bildet die Basis für die geplante Kletterwelt. Wow!
„Wow“ denkt man auch beim Ausblick vom Riesenrad in Richtung Süden. Blickt man über das WERK3 hinaus, genießt man bei schönem Wetter dagegen ein ganz klassisches München-Panorama mit einem postkartengleichen, einmaligen Blick auf die Alpen. In Richtung Innenstadt erheben sich dagegen die beiden Türme der Frauenkirche über die Dächer und im Norden steht majestätisch der Olympiaturm. Circa 30 Minuten dauert die Fahrt in einem beinahe meditativen Tempo.

Die ersten Besucher sind dann auch schwer beeindruckt. Zum einen von dem Riesenrad selbst, das wunderschön aussieht, zum anderen von den vielen neuen Eindrücken mit Schafen, Hühner, spannender Architektur und Münchens bekanntesten Wahrzeichen, die man allesamt zu sehen bekommt. Vor allem in den nächsten Tagen, in denen das Wetter Sonnenschein uns beste Sicht verspricht, lohnt der Besuch des neuen Riesenrades im Werksviert-Mitte ganz besonders.

Das Hi-Sky dreht sich täglich von 10 bis 22 Uhr.