Mützenich darf Doktortitel behalten

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, behält seinen Doktortitel. Der Promotionsausschuss der Universität Bremen sehe keinen Anlass, ein Prüfverfahren zur Dissertation von Mützenich einzuleiten, sagte eine Sprecherin der Universität den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). Ein Verstoß gegen die Prüfungsordnung liege nicht vor, da die damals geltende Promotionsordnung die Verwertung einer Diplomarbeit in der Doktorarbeit nicht ausschließe.

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Zudem könne nicht von einem Täuschungsverdacht die Rede sein, weil die Gutachter der Dissertation von der Existenz der Diplomarbeit wussten. Außerdem stehe die Qualität der Doktorarbeit von Mützenich nicht in Zweifel. „Es liegen keine Hinweise darauf vor, dass die Dissertation nicht den wissenschaftlichen Ansprüchen genügt“, so die Universität. Mützenich, der im vergangenen Jahr nach dem Rücktritt von Andrea Nahles (SPD) den Vorsitz der Bundestagsfraktion übernommen hatte, schrieb 1989 in Bremen eine Diplomarbeit zum Thema „Die Funktion kernwaffenfreier Zonen in der internationalen Politik„. Die Arbeit sei von zwei Gutachtern mit der Note „sehr gut“ bewertet worden, berichten die Zeitungen. Einer der Prüfer habe Mützenich in seinem Gutachten ausdrücklich ermutigt, die Analyse in einer Doktorarbeit zu vertiefen. 1991 wurde ihm dann der Doktorgrad verliehen. Ein Journalist hatte sich nun beide wissenschaftlichen Arbeiten angeschaut und die Universität aufgefordert zu prüfen, ob es zulässig war, die Diplomarbeit zu einer Doktorarbeit auszubauen, da viele Textpassagen identisch seien. Mützenich hatte die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und wurde nun von der Universität Bremen vollauf bestätigt. „Die Erlangung meines Diploms und anschließend der Doktorwürde beruhen auf den jeweils gültigen Prüfungsordnungen und den erbrachten Leistungen an den Studienorten, die natürlich Voraussetzung für die Zulassung waren“, so der SPD-Politiker. Er habe nie bestritten, dass seine Doktorarbeit seine Diplomarbeit fortführe.

„Ein Verfahren, welches bei Dissertationen im sozialwissenschaftlichen Bereich durchaus üblich ist“, sagte Mützenich. Die Dissertation sei nicht identisch mit der Diplomarbeit, deren Literaturverzeichnis bereits mehr als 600 Titel umfasse. „Es handelt sich dabei vielmehr um eine Erweiterung, inhaltliche und politikwissenschaftliche Vertiefung und Aktualisierung sowie um die Entwicklung eines erweiterten Theorie- und Ordnungsrahmens. Zusätzliche Primär- und Sekundärliteratur habe ich hierfür einbezogen“, so der SPD-Fraktionschef.