Nach Bombendrohung gegen Augsburg – Wurde der Verfasser verhaftet?

In dem bei der Staatsanwaltschaft Berlin geführten Ermittlungskomplex zu bundesweiten Drohschreiben mit rechtsextremistischem Hintergrund konnte das Landeskriminalamt Berlin in enger Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und dem Bundeskriminalamt einen Beschuldigten aus Schleswig-Holstein als mutmaßlichen Verfasser solcher Drohschreiben namhaft machen.

Gestern Nachmittag durchsuchten Ermittler des LKA Berlin und des LKA Schleswig-Holstein u. a. wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten gemeinsam eine Wohnung in Halstenbek im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) und stellten Beweismittel sicher.

Es besteht der Verdacht, dass der Beschuldigte Verfasser verschiedener Drohschreiben an Gerichte und andere Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg sein könnte. In den u. a. mit „Nationalsozialistische Offensive“ unterzeichneten E-Mails von April 2018 bis dato wurden aus offensichtlich rechtsextremistischer Motivation heraus Bombenanschläge auf die angeschriebenen Gerichte bzw. Einrichtungen angekündigt. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel wird ergeben, ob sich der Tatverdacht gegen den Beschuldigten erhärten lässt und ob er auch für weitere der derzeit mehr als 200 Drohschreiben verantwortlich sein könnte, die mittlerweile Gegenstand des Ermittlungskomplexes sind

Täter kein Unbekannter

Wie der NDR berichtet ist der mutmaßliche Täter Andre M. Ermittlern und Justiz seit über zehn Jahren bekannt. Bereits drei Mal wurde M. wegen weit über 100 Fällen von Sachbeschädigungen und Brandstiftungen, die letzten geschahen im Sommer 2014, verurteilt. „Aufgestochene Reifen, brennende Autos und ein gesprengter Zigarettenautomat gingen auf sein Konto. Einmal wurde er in einer Psychiatrie untergebracht und erhielt eine Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren, die anderen beiden Verfahren endeten insgesamt mit einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten. Das bisher letzte Verfahren ging im Sommer 2017 zu Ende.“ heißt es beim NDR.

Bombendrohung gegen die Stadt Augsburg

Vor zehn Tagen wurde die Stadt Augsburg, gemeinsam mit weiteren deutschen Städten, das Ziel einer Bombendrohung. Es herrschte helle Aufregung in der Stadt. Nach Einschätzung diverser Medien könnte M. auch hier als Verfasser in Frage kommen. Die Polizei bestätigt dies aktuell noch nicht.