Aus dem AfD Kreisvorstand erklären 6 Amtsträger ihren sofortigen Rücktritt von ihrem Amt und Austritt aus der AfD. Unter anderen kann und will der Stadtrat Marc Zander den Kurswechsel der AfD nicht mittragen. Auch der ehemalige Bundestagskandidat Thomas Eisinger und der Ex-Stadtrat Alexander Bolkart haben  die Partei verlassen.

Marc Zander und Alexander Bolkert sind nicht mehr Mitglieder der AfD. | Foto: Wolfgang Czech
Marc Zander und Alexander Bolkart sind nicht mehr Mitglieder der AfD. | Foto: Wolfgang Czech

 

Diese Mitglieder finden sich in der AfD nach dem Bundesparteitag in Essen nicht wieder.  „Auch wenn es nicht für jede Person vom Petry-Lage zutrifft, die Tendenz und die Mehrheitsverhältnisse sind für jeden offensichtlich und werden sich weiter nach rechts verschieben.“, so Zander.  Von einem Teil dieser Basis, einigen gewählten Personen im Bundesvorstand und den politischen Aussagen, die mit der ursprünglichen Zielrichtung der AfD absolut nichts gemein habe,  möchten sich die 6 Amtsträger in aller Deutlichkeit distanzieren. „Die Ereignisse in Essen haben mich entsetzt. Ich persönlich halte das für inakzeptabel und hatte andere Erwartungen an eine politische Alternative.“, so Warbeck, stellvertretender Vorsitzender.

Zukunft der Fraktion

Als einer der Hochburgen der AfD, trifft es die Unterzeichner und einige Mitglieder hart, wie stark sich die Themen und die Mitglieder dieser Partei geändert haben. Vor allem in Augsburg hat die AfD im Stadtrat bewiesen, dass eine konstruktive Arbeit mit ihr als einer im Kern bürgerlichen liberal-konservativen Partei möglich und gut ist.  Thomas Lis, Fraktionsvorsitzenden, hat bereits am Tag nach dem Bundesparteitag sein Rücktritt verkündet. Als stellvertretender Landesvorstand habe er aber noch einige Verpflichtungen und werde deswegen erst im Laufe des Sommers von seinem Amt im Landesvorstand zurücktreten. Sein Austritt begründet Lis nicht allein aufgrund der Wahl von Frau Petry, sondern vor allem weil Teile der AfD-Basis sich radikalisiert haben.  „Man kann natürlich den Vorsitzenden einer Partei abwählen. Ihn aber zu beleidigen, nieder zu schreien und zu verhöhnen: das zeugt von einer zutiefst verkommenen politischen Kultur.“

In welcher Konstellation die Fraktion weiter arbeiten werde, wird momentan geklärt. Die Mandate werden von keinem der Stadträte zurückgegeben, jeder steht hinter den politischen Zielen, wegen derer er gewählt wurde, und ist sich seiner Verpflichtung gegenüber seinem Wähler bewusst.