Nach Kritik aus dem Handel | Augsburger CSU sieht Stadt bei Parkgebühren-Gestaltung auf dem richtigen Weg

Die Augsburger Stadtregierung sah sich zuletzt der Kritik des Handels ausgesetzt. Die Händler sehen die angekündigten Erhöhungen der Parkplatzgebühren als einen Grund für die rückläufige Kundenfrequenz in der Innenstadt. Dies lässt die regierende CSU so nicht stehen.

Geschaefte Augsburg Laden Corona 2
Foto: Wolfgang Czech

Der innerstädtische stationäre Einzelhandel steht vor massiven Herausforderungen, insbesondere der zunehmenden Konkurrenz durch den Online-Handel, derzeit im umsatzstarken Weihnachtsgeschäft. Aber auch pandemiebeschränkte Einschränkungen verschärfen derzeit den Trend. Seit Jahren sind flächendeckend Umsatzrückgänge im stationären Einzelhandel zu beobachten. Auch bei den nahezu konstant gebliebenen Parkgebühren in Augsburg im vergangenen Jahrzehnt hatte der stationäre Einzelhandel diese Umsatzverluste. Im Übrigen entspricht der Rückgang der Besucherfrequenzen in Augsburg dem Rückgang in Städten wie München, Passau, Ulm und Bamberg. Infolgedessen handelt es sich um kein Augsburger Phänomen.

Von diesem Trend kann sich der Innenstadthandel nur abkoppeln, wenn das Einkaufserlebnis und die Aufenthaltsqualität eine Fahrt in die Innenstadt attraktiv macht. „Wir sind hierbei auf dem richtigen Weg: Vor Inkrafttreten der pandemiebedingten Einschränkungen wurden mit dem Sommer in der Stadt, ausgeweiteten Gastronomiezonen und vielen anderen Einzelmaßnahmen hohe Frequenzen erreicht“, sagt Fraktionsvorsitzender Leo Dietz. „Dies zeigt uns, dass für den Kunden vor allem die Aufenthaltsqualität in der Stadt eine Rolle spielt – und für den Handel die Aufenthaltsdauer.“

Angesichts der 2G-Regelung im Handel können rückgängige Passanten-Frequenzen nicht seriös auf eine bloße Ankündigung höherer Parkgebühren für einen geringen Teil der Parkplätze zurückgeführt werden. Eine moderate Erhöhung der Parkgebühren in Augsburg ist vertretbar. Es besteht Spielraum, der genutzt werden sollte. Im Vergleich dazu steht der ÖPNV, der jedes Jahr mit einer Fahrpreiserhöhung kalkulieren muss.

Die Stadt Augsburg verfügt, insbesondere in den privaten Parkhäusern, über ausreichend Parkplätze. Diese sind, auch gerade für ortsunkundige Besucher, aber auch für die Augsburgerinnen und Augsburger durch das neue Parkleitsystem gut erreichbar. Nur in ganz wenigen Spitzenzeiten sind die innenstadtnahen Parkhäuser und das Parkhaus der City-Galerie ausgelastet. Selbst dann ist das Parkraumangebot ausreichend. Die Augsburger Innenstadt ist damit für den motorisierten Individualverkehr bequem zu erreichen.

„Klimaschutz erfordert auch Anpassungen beim Mobilitätsverhalten. Mit unserer Verkehrspolitik, die selbstverständlich auch den Klimaschutz im Blick hat, steigern wir die Attraktivität der Innenstadt. Zunehmend ausgewiesene Fahrradparkplätze, auch für Lastenfahrräder, sowie der stetige Ausbau an E-Ladestationen und E-Parkplätzen erschließen die Innenstadt für neue Kundengruppen mit anderen Mobilitätsansprüchen,“ so Dietz weiter. „Die Stadtwerke stehen mit einer Vielzahl von weiteren Einzelmaßnahmen im ÖPNV für eine ganzheitliche Verkehrspolitik, die eine belebte Innenstadt sichert: Bspw. die City-Zone mit kostenloser Beförderung, Best-Preis Tickets über die Be-in/Be-out-App für Gelegenheitsnutzer des ÖPNV oder die neu eröffnete Linie 3 von Königsbrunn zum Königsplatz, die eine attraktive Erschließung weiterer Kunden darstellt.“