SCHWANGAU, LKR. OSTALLGÄU. Nach dem Abgang einer Lawine Ende Februar mit tragischen Folgen und tagelanger Suche, wurde der seitdem vermisste Mann gestern verstorben aufgefunden.

Am Samstagvormittag (9. Februar 2019) befand sich ein Jäger auf einer Anhöhe weit gegenüber des Lawinenhangs und wurde über sein Fernglas im darunter befindlichen Lawinenkegel auf den Mann aufmerksam. Da sich der Fundort im unzugänglichen und mit Wasser gefüllten Tobel befand, wurden Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppen der bayerischen Polizeipräsidien Schwaben Süd/West und Oberbayern Süd, sowie ein Bergführer der österreichischen Polizei Reutte alarmiert. Die insgesamt sechs Beamten gelangten mittels Seilsicherung an den verstorbenen Mann und bargen ihn.

Anhand seines Personalausweises und anderer persönlicher Gegenstände, konnte der Verstorbene als der bis dato vermisste 43-jährige Skitourengeher aus dem Landkreis Cham identifiziert werden. Durch das anhaltende Tauwetter in Verbindung mit dem im Tobel ansteigenden Schmelzwasser waren Teile der darüber aufgeschütteten Lawine brüchig geworden und in einen Gumpen gestürzt, wodurch der Verschütteten freigelegt wurde. Er war nach derzeitigem Ermittlungsstand sofort an der Schwere der durch den Lawinenabgang erlittenen Verletzungen verstorben.

Die Gleitschneelawine war am frühen Nachmittag des 23. Februar 2019 südseitig nahe der Schäferblasse in den Ammergauer Alpen durch Selbstauslösung in Richtung Schützensteig abgegangen. Dank eines sofortigen Such- und Rettungseinsatzes, bei dem rund 70 Einsatzkräfte wegen einer Straßensperrung in das Lawinengebiet geflogen wurden, konnten mehrere Skitourengeher unverletzt, sowie einer mit schweren Verletzungen gerettet werden; ein 42-Jähriger aus dem Landkreis Cham konnte nur mehr verstorben geborgen werden.

Nach dem gestern aufgefundenen 43-Jährigen hatten mehrere Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppen der Polizeipräsidien Schwaben Süd/West und Oberbayern Süd, sowie Polizeihubschrauber gesucht. Neben Verschüttetensuchgeräten, Ortungsgeräten für Smartphonesignale, sowie Lawinen- und Dampfsonden, kamen speziell für alpine Anforderungen trainierte Polizeihunde in den bis zu acht Meter hohen Schneemassen zum Sucheinsatz. In den sondierten Bereichen des Tobels trug ein Mini-Schreitbagger behutsam den hart komprimierten Schnee ab. Die Suche fand unter einer erheblichen Eigengefährdung der Polizeibergführer wegen Lawinengefahr statt; da diese durch anhaltend ungünstige Witterung weiter anstieg, musste die Suche nach mehreren Tagen vorläufig unterbrochen werden.