Nachgefragt: So ist aktuell die Lage am Uniklinikum Augsburg

COVID-19 hat das Augsburger Uniklinikum schwer im Griff. Zahlreiche Corona-Patienten müssen versorgt werden, auch auf der Intensivstation. In anderen Bereichen mussten Betten freigemacht werden.

Uniklinikum Augsburg
Foto: Dominik Mesch

Augsburg ist bei den Neuinfektionen mit dem COVID-19-Virus und auch bei der Anzahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche -der sogenannten 7-Tages-Inzidenz- ganz weit oben zu finden. Deutschlandweit! Natürlich wirken sich diese Zahlen auch auf die Arbeit im größten schwäbischen Krankenhaus, dem Universitätsklinikum Augsburg aus. Aktuell (Stand 12 Uhr) werden am UKA 124 Covid-19-Patienten versorgt. 27 Patienten sind so schwer erkrankt, dass sie auf die Intensivstation verlegt wurden, 25 davon werden invasiv/nicht invasiv beatmet. Die Uniklinik stößt an ihre Grenzen. Dies gilt sowohl für die Möglichkeit weitere Patienten aufzunehmen, aber auch für das Personal.

Die Uniklinik stößt an ihre Grenzen

Von 164 Intensivbetten waren heute um 20 Uhr noch 39 Plätze frei (Quelle:intensivregister.de/Montag,09.11.), für Corona- und „normale“ Patienten.  Durch die Reduktion von ca. 350 Normalstationsbetten zugunsten der Isolationsbereiche für Corona sind die Kapazitäten für elektive, das heißt planbare Eingriffe für Patienten aller Fachbereiche beschränkt. Analog dazu ist die Situation auf den Intensivstationen. Weiter wurden fünf Operationssäle und die Betriebszeiten der verbleibenden Säle reduziert.

Damit die Situation im UKA noch nicht schlimmer ist, wurden bereits erste Patienten aus Augsburg in andere Krankenhäuser verlegt. Wie viele Patienten bisher genau von der Verlegung betroffen sind konnte man nicht sagen: „Diese Zahl ändert sich ebenfalls täglich. Wir sind aber sehr froh und dankbar, dass sich die Kliniken so solidarisch mit dem UKA zeigen und Patienten, die stabil sind, von uns übernehmen. Wir verlegen regional, aber auch überregional, an die bayerischen Universitätskliniken.“, heißt es von Seiten der Uniklinik Augsburg.

Corona-Lage macht sich auch beim Personal bemerkbar

Die erhöhten Aufwendungen und Bedürfnisse der Corona-Lage machen sich aber auch beim Personal bemerkbar. Der Fachkräftemangel war bereits vor der COVID-Krise bundesweit spürbar, durch den höheren Personalschlüssel in den COVID-Bereichen verstärkt sich der Fachkräftemangel noch.

Glücklicherweise geht dies, trotz des hohen notwendigen Engagements aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, noch ohne größere Ausfälle. Laut der aktuellen Auswertung des UKA-Personalmanagements gibt es keinen höheren Krankenstand als vor der Corona-Krise. Es bleibt zu hoffen, dass es so bleibt. Das Uniklinikum scheint bisher in den Prozessen und von der Ausstattung her den Anforderungen gewachsen, der wichtigste Faktor bleibt aber weiterhin der Mensch. Ärzte, Pfleger und weiteres Personal werden dringend benötigt um diese Zeit zu meistern.

Auch die Kliniken an der Paar sind stark gefordert

Wie im UKA so sind auch die Kliniken an der Paar durch die Pandemie stark gefordert. Aktuell werden dort 26 positiv getestete Patienten stationär versorgt, Auf der Intensivstation befinden sich sechs COVID-Infizierte, die alle sechs beatmet werden müssen.

Durch die weiterhin hohen Zahlen in der gesamten Region Augsburg (Stadt, Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg) werden in den kommenden Tagen und Wochen die Krankenhäuser der Region weiter stark gefordert sein. Momentan scheinen sie gewappnet, wenn auch mit viel Aufwand, hohem Einsatz und am Rande des Möglichen.