Zurzeit werden im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“ die Lechheiden gemäht. „Auch wenn einige seltene Blumen abgemäht werden, der Zeitpunkt der Mahd ist genau der richtige“, erklärt Nicolas Liebig, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Stadt Augsburg. Er betreut die Landschaftspflegearbeiten im Stadtgebiet.

Über den recht frühen Mahdzeitpunkt wird der Heide grünes Pflanzenmaterial entnommen. Somit entzieht man dem Boden Nährstoffe und erhält den „mageren“ Zustand der Heide. „Das ist wichtig, denn die meisten unserer Heidepflanzen, wie Orchideen oder Enziane, sind wahre „Hungerjunkies“. Gibt es im Boden zu viele Nährstoffe, werden sie von anderen Arten verdrängt“, so Liebig weiter.

Es wird allerdings nie die ganze, sondern nur rund zwei Drittel der Fläche gemäht. In den ungemähten Bereichen können die Heidepflanzen ihre Samen zur Reife bringen und Insekten ihre Eier in den Halmen ablegen. Im folgenden Jahr muss diese Fläche dann selbstverständlich gemäht werden. Dafür bleibt dann ein anderer Bereich ungemäht.

Neben dem Nährstoffentzug wird über die Pflegemahd auch das Aufwachsen von Sträuchern und Bäumen verhindert. Sie würden in kurzer Zeit die Heiden so stark beschatten, dass Großteile der licht- und wärmebedürftigen Heidebewohner verschwinden würden.

Sorgen um umgemähte Blumen unnötig

Um die Mäharbeiten so schonend wie möglich durchzuführen, wird auf ein in der Landwirtschaft übliches Kreiselmähwerk verzichtet. Stattdessen kommt der traditionelle Messerbalken zum Einsatz. „Dieses Mähwerkzeug ist langsamer und ermöglicht es Schlangen, Heuschrecken und Spinnen rechtzeitig auszuweichen“ so Liebig.

Sorgen um umgemähte Blumen braucht sich ebenfalls niemand zu machen. Die meisten Heidepflanzen, wie Goldastern oder Sumpfgladiolen, sind „ausdauernd“ und treiben trotz Schnitt im nächsten Jahr wieder aus.