Der Präsident der Bundesnetzagentur Klaus Müller sieht Anzeichen dafür, dass die Gas-Preise ein Plateau erreicht haben und nicht weiter steigen werden. „Es hat in dieser Woche keinen signifikanten Preissprung mehr gegeben, obwohl Nord Stream 1 abgeschaltet wurde“, sagte Müller der „Bild am Sonntag“ dazu.

„Das könnte bedeuten, dass die Märkte den Ausfall russischer Gas-Lieferungen bereits eingepreist und wir ein Gas-Preis-Plateau erreicht haben. Ob diese höheren Preise, die wir der russischen Gas-Reduzierung verdanken, kurzfristig weitergegeben werden müssen, ist noch nicht entschieden.“ Im Fall einer Gas-Mangellage müsse sich Deutschland seinen Nachbarstaaten gegenüber solidarisch verhalten und im Notfall auch Gas aus deutschen Speichern für die Versorgung der kritischen Infrastruktur in anderen Ländern bereitstellen. „Wir haben unseren Nachbarn gegenüber eine Solidaritätsverpflichtung und sind gut beraten, sie nicht zu verletzen“, sagte der Behördenchef. „So wie wir gerade von den Flüssiggas-Häfen in Belgien und den Niederlanden profitieren, stehen wir auch in der Pflicht, in einer Notlage bei der Versorgung von privaten Haushalten oder Krankenhäusern unseren Nachbarländern zu helfen.“ Trotz der angespannten Lage mahnte der Bundesnetzagentur-Präsident zur Besonnenheit, vor allem mit Blick auf die Maßnahmen einzelner Kommunen. „Wir dürfen nicht in Panik verfallen. In den Planungen der Bundesnetzagentur spielen Wärmehallen für bedürftigere Menschen keine Rolle.“

Foto: Bundesnetzagentur, über dts Nachrichtenagentur

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