1:5 zum Auftakt. Der FC Augsburg ist in Dortmund förmlich untergegangen. Eigenes Fehlverhalten war neben der Klasse der Borussen dafür der Grund. Vieles muss sich schnell ändern, doch dies hatte man auch in der Vorsaison gesagt. Die alten Zöpfe konnten (noch) nicht abgeschnitten werden.

Sorgenfalten bei Stefan Reuter. Einiges hatte er beim FCA geändert, der Erfolg hat sich aber noch nicht eingestellt. | Foto: Krieger

Der FC Augsburg steht bereits nach dem ersten Spieltag als Absteiger aus der Bundesliga fest. Wenn man einige Stimmen so hört und liest, könnte man sich fast in dieser Meinung bestätigt fühlen. Doch es bestehen weitere 33 Möglichkeiten es besser zu machen, als am Samstag. Deutlich besser. Und ja, der Gegner zum Saisonauftakt hieß Borussia Dortmund. Der Titelmitfavorit wurde seiner Rolle gerecht und war mehr als nur eine Nummer zu groß. Der BVB spielte in anderen Sphären und doch in der gleichen Liga wie der FCA. Auch daran kann man die deutliche 1:5-Pleite festmachen, doch nicht nur. Zu erschreckend war es, was die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt in Dortmunder Westfalenstadion zeigte.

Eigentlich hätte das frühe 1:0 durch Niederlechner Mut und Kraft für die schwere Aufgabe geben müssen, doch bereits nach dem umgehenden Ausgleich durch Alcacer schien der Effekt mehr und mehr zu verpuffen. Augsburg ließ sich von Minute zu Minute mehr an den eigenen Strafraum drängen, konnte aber die entscheidenden Zweikämpfe für sich entscheiden. Keeper Koubek trug durch drei gute Aktionen gegen Reus und Sancho seinen Anteil bei und so wurde das Remis in die Kabine gerettet.

Augsburg bricht auseinander

Warum alles was in den ersten 45 Minuten gut war dort blieb, es wird wohl auf immer ein Geheimnis bleiben. Der FCA brach nun förmlich auseinander. Begleitschutz statt echtem Zweikampfverhalten, große Räume statt Manndeckung, Watschn statt Achtungserfolg. Innerhalb von acht Minuten ließen sich die Rot-grün-weißen ohne wahrnehmbare Gegenwehr durch die starke BVB-Offensive förmlich auseinandernehmen. Das Koubek vor dem 2. und 3. Gegentreffer schwere Patzer passierten, passt zur Gesamtleistung dieser Truppe an diesem Nachmittag. Der Tscheche steht als Schlussmann aber nicht nur sinnbildlich am Ende einer äußerst schwachen Augsburger Defensivarbeit. Wenn Offensivakteure wie Andre Hahn in der Rückwärtsbewegung die Arbeit einstellen, wird es eng.

Nicht das Ergebnis alleine sorgt die Anhänger, sondern die Art und Weise, wie dieses zu Stande gekommen ist. Schnellesten muss dies wieder anders werden, doch diese hatte man auch in der vergangenen Saison immer wieder gepredigt. Neues Personal (5 Neuzugänge in der Startelf) sollten alte Zöpfe abschneiden, dies scheint aktuell (noch) nicht gelungen zu sein.

Viele Verletzte machen die Situation nicht leichter

Doch auch dies gehört zur Wahrheit: Schmidt steht aktuell fast eine gesamte Mannschaft verletzungsbedingt nicht zu Verfügung. Gouweleeuw, Cordova, Iago, Götze , Max, Framberger und Moravek fehlen teils noch länger. Finnbogason und Oxford könnten für das Duell mit Aufsteiger Union Berlin am kommenden Samstag (15:30 Uhr) eventuell wieder für mehr Alternativen sorgen. Benötigt würden diese dringend.