Neue Station in den Orthopädischen Fachkliniken der Hessing Stiftung

Eine noch bessere Versorgung älterer Patienten bietet jetzt die Augsburger Hessing Stiftung an: Zu Jahresbeginn wurde eine neue, 30 Betten umfassende akutgeriatrische Station in den Orthopädischen Fachkliniken eröffnet. Denn ein plötzlicher Klinikaufenthalt nach einem Sturz oder Unfall kann den eingespielten Alltag älterer Menschen auf einmal in Frage stellen. Selbst für diejenigen, die bis dahin die Bewahrung ihrer Selbständigkeit in den eigenen vier Wänden gut bewältigt haben, kann der eingegipste Fuß, der Arm in der Schlinge oder die eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule zum unüberwindbaren Hindernis werden. Die neue akutgeriatrische Frührehabilitation soll genau das verhindern.

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Geriatrische Rehabilitation: Sie beginnt bei der Augsburger Hessing Stiftung bereits im Akutkrankenhaus. | Foto: Hessing Stiftung

Bereits in der Notaufnahme wird nun durch einenFragebogen ermittelt, für welche Patienten diese typischegeriatrische, also altersmedizinische Versorgung, erforderlich ist. So können sie sofort der spezialisierten Station zugewiesen werden.

Die fachärztliche Behandlungsleitung der neuen Station erfolgt gemeinsam durch die Chefärzte der jeweiligenFachabteilung und Geriaterin Ruth Herkommer. Die Fachärztin für Altersmedizin leitet das multiprofessionell ausgerichtete Team, bestehend aus speziell ausgebildeten Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Neuropsychologen und Sozialarbeitern. Gemeinsame Visiten und wöchentliche Teamsitzungen sichern den Informationsfluss zwischen allen Teammitgliedern. Zahlreiche zusätzliche Hilfsmittel wurdenangeschafft, ein Therapieraum sowie ein neu eingerichteter Aufenthaltsraum, der auch als Speisesaal dient, schaffen dieräumlichen Voraussetzungen.

Das Ziel des Konzepts ist die dauerhafte Wiedergewinnung oder der Erhalt der Selbstständigkeit im Alltag, und damit wenn irgend möglich, eine Rückkehr in das gewohnte Umfeld nach einem plötzlichen Klinikaufenthalt.

So erhalten die Patienten dieser Behandlungseinheit gleich nach der Operation eine verstärkte Physio- und Ergotherapie, um ihre Beweglichkeit zu trainieren und zu erhalten und auch fehlende Funktionen des operierten
Armes oder Beines mit dem gesunden auszugleichen. Im Rahmen der aktivierend-therapeutischen Pflege wird die
Umsetzung des in der Therapie Erlernten im Alltag geübt. Ein Beratungsgespräch durch den Sozialdienst kann Ängste zerstreuen und Hilfsmöglichkeiten für zu Hause aufzeigen. Die verschiedenen Berufsgruppen arbeiten eng zusammen und besprechen sich in regelmäßigen Teamsitzungen und mit den Patienten.

Bei der Behandlung geriatrischer Patienten verfügt man bei Hessing über große Kompetenz und Erfahrung. Die
Geriatrische Rehabilitationsklinik der Stiftung ist eine von drei bayerischen Modellkliniken, in der ausschließlich ältere Menschen nach schweren Krankheiten, Operationen oder mit chronischen Schmerzen entsprechend therapiert werden.

Mit der neuen Station in den Orthopädischen Fachkliniken der Hessing Stiftung beginnt die geriatrische Rehabilitation bereits im Akutkrankenhaus. Aktuell stellt die Gruppe der über 70-jährigen hier ein Viertel aller Patienten, ein Großteil bewältigt den Aufenthalt in der Klinik ohne Probleme.

„Wenn man frühzeitig entgegenwirkt, können wirvermeiden, dass noch vorhandene Fähigkeiten verloren gehen“, erklärt Ruth Herkommer, „und damit verhindern, dass der bisher selbständige Mensch pflegebedürftig wird.“ Mit der akutgeriatrischen Frührehabilitation sollen, so die Medizinerin, Verschlechterungen dauerhaft vermieden und
die Alltagskompetenz erhalten werden.