Neue Studie gibt Menschen mit psychischen Erkrankungen Hoffnung

Im Rahmen eines Forschungsprojekts suchen die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II am Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg und die Universität Ulm Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Raum Ulm/Neu-Ulm, Günzburg und Augsburg. Menschen, die sich aktuell in einer psychischen Krise befinden, aber auch Personen, die schon seit mehreren Jahren von einer psychischen Erkrankung betroffen sind und jemanden zum Austausch auf Augenhöhe suchen, sind aufgerufen, mit dem Forschungsteam Kontakt aufzunehmen.

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Symbolbild

Menschen mit einer psychischen Erkrankung wieder Hoffnung zu geben, ihre Selbstbestimmtheit zu fördern und ihnen neue Möglichkeiten aufzuzeigen – das sind die Hauptanliegen von Peer-Begleitung. Hierbei wird Menschen mit einer psychischen Erkrankung ein(e) Peer-Begleiter/in zur Seite gestellt, die oder der ebenfalls eine psychische Erkrankung erfahren hat. Die Peer-Begleiter unterstützen Betroffene auf ihrem weiteren Genesungsweg, zum Beispiel in Form von zusätzlichen Gesprächsangeboten, Beratung im alltäglichen Umgang mit der Erkrankung und bei der Tagesplanung, Begleitung zu Arztterminen oder Angehörigengesprächen.

„Das Konzept der Peer-Begleitung ist eine international etablierte Behandlungsmethode. Sie basiert auf der Idee, dass Menschen, die selbst von psychischen Erkrankungen betroffen waren, aufgrund ihrer Erfahrungen genau wissen, wie es anderen Betroffenen gerade geht und wobei sie Hilfe brauchen könnten“, erklärt Prof. Dr. Bernd, Leiter der Sektion Prozess-Ergebnis-Forschung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II des Universitätsklinikums Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg. „Menschen mit psychischer Erkrankung vertrauen sich eher jemanden an, der Ähnliches durchgemacht hat und bitten diese Personen offener um Hilfe“, so Prof. Puschner.

UPSIDES, so der Name des Forschungsprojekts, ist ein internationales Vorhaben, das in sechs Ländern auf drei Kontinenten durchgeführt wird. Das Projekt ist über fünf Jahre angelegt und wird gemeinsam von der Europäischen Union (EU) und der Global Alliance of Chronic Diseases (GACD) gefördert. Zentral koordiniert wird es von Prof. Puschner und den Mitarbeiterinnen der Forschungsabteilung der Psychiatrie II der Uni Ulm am BKH Günzburg.