Neuer Studiengang für die Hochschule Augsburg: Welche Rolle die Wirtschaft dabei spielt

Der Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben fehlen Fachkräfte, gerade in wichtigen Zukunftsfeldern. Die Hochschule Augsburg und die IHK Schwaben wollen diesem Mangel mit dem Zukunftsprojekt gp_2025 begegnen. Dabei ist nun eine bislang einmalige Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft entstanden. Sie bildet das Fundament für ein neues Studienangebot an der Hochschule Augsburg.

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Prof. Gordon Rohrmair und Dr. Marc Lucassen

Zum Wintersemester 2021/2022 soll der neue Studiengang „International Information Systems“ an der Hochschule Augsburg starten. Hier werden künftige Führungskräfte für global agierenden Hightech-Unternehmen ausgebildet. Die enge Verknüpfung von betriebswirtschaftlichem Know-how und fundierten IT-Kenntnissen ist das Herzstück des Studiengangs. Er soll zudem eine stark internationale Ausrichtung erhalten und Studenten aus dem Ausland nach Schwaben holen. Davon, da sind sich Experten sicher, wird die Wirtschaft in der Region profitieren. Denn der Trend zur Internationalisierung ist hier ungebrochen. „Bereits heute verdient die Industrie in Bayerisch-Schwaben jeden zweiten Euro mit dem Auslandsgeschäft“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Marc Lucassen.

Experten aus dem IT-Bereich unterstützen Weiterentwicklung

Aus diesem Grund soll der Studiengang „International Information Systems“ von Anfang an eng an den Belangen der Region ausgerichtet werden. Möglich wird das durch eine fest institutionalisierte Einbindung der Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben. Sie werden ihre führenden Experten und Expertinnen aus dem IT-Bereich in einen Beirat entsenden. Dieser Beirat soll Vorschläge erarbeiten, wie der Studiengang weiterentwickelt werden kann. Er soll Impulse zur angewandten Forschung liefern und Firmenkontakte vermitteln.
„Es ist eine Kooperation, von der beide Seite profitieren“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Marc Lucassen. „Die Hochschule, weil sie noch enger an die Wirtschaft angebunden ist und ihren Absolventen dadurch exzellente Jobperspektiven bieten kann. Und die Wirtschaft, die Fachkräfte mit genau den Kompetenzen erhält, die auf ihre besonderen Bedarfe zugeschnitten sind.“

Neue Qualität der Zusammenarbeit

Der IHK-Hauptgeschäftsführer selbst wird als Schirmherr für den neuen Studiengang fungieren – ein Novum an der Hochschule Augsburg. In dieser Funktion wird Lucassen nicht nur dem Beirat angehören, er wird auch dem Studiengang vorstehen. „Wir freuen uns, dass Dr. Marc Lucassen diese Aufgabe übernimmt“, sagt Präsident der Hochschule, Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair. „Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben erreicht durch diese Kooperation eine neue Qualität.“

Weitere Kapazitäten an der Hochschule sind nötig

Bei einem Arbeitstreffen konkretisierten der Präsident der Hochschule und der IHK-Hauptgeschäftsführer die Ausgestaltung dieser Zusammenarbeit. Auch das weitere Vorgehen im Rahmen des Zukunftskonzepts gp_2025 war Thema. Dieses Konzept wurde von der Hochschule Augsburg und der IHK Schwaben gemeinsam erarbeitet und im vergangenen Oktober vorgestellt. Es wird von mehr als 200 Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben unterstützt. Ziel ist es, 2.000 neue Studienplätze in sechs zukunftsfähigen Studiengängen an der Hochschule Augsburg zu schaffen. „Die zusätzlichen Kapazitäten sind nach wie vor dringend nötig“, berichtet der Hochschulpräsident. Die Hochschule hatte in der Vergangenheit immer wieder Studenten abweisen müssen. Potenzielle Fachkräfte, auf die die Wirtschaft in der Region dringend angewiesen ist, waren damit an andere Hochschulen in Bayern abgewandert.