Neues Diözesanarchiv | Umzugsarbeiten nach St. Joseph in Augsburg-Oberhausen haben begonnen

Das neue Archiv des Bistums Augsburg in Augsburg-Oberhausen ist nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt worden. Seit vergangener Woche laufen nun die Umzugsarbeiten in das Archiv. In seinem neuen Magazin, das in das Hauptschiff der Stadtpfarrkirche St. Joseph eingebaut wurde, stehen auf fünf Ebenen nun mehr als 20.000 laufende Regalmeter zur Verfügung – ungefähr doppelt so viele wie bisher. Ab September wird in den neuen Räumlichkeiten der Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen.

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Das neue Diözesanarchiv von außen. | Foto: Karl-Georg Michel/pba

Die Bauarbeiten in St. Joseph in Augsburg-Oberhausen haben bereits im Jahr 2012 begonnen. Damals wurde der frühere Chorbereich der Stadtpfarrkirche als eigenständig nutzbarer Sakralraum abgetrennt, um sich den rückläufigen Katholikenzahlen in der Pfarrei anzupassen. Mit dem Abriss des alten Pfarrhauses begannen dann vor zwei Jahren die Arbeiten für das Archiv: Anstelle des Pfarrhauses wurde ein Verwaltungs- und Nutzerzentrum für das Archiv errichtet, das Magazin des Archivs wurde im Langhaus der Kirche St. Joseph eingebaut. „Die Diözese hat mit diesem Projekt baulich neue Wege beschritten“, so Dr. Klaus Donaubauer, Finanzdirektor des Bistums Augsburg, heute vor Journalisten. Drei Anliegen sei mit dieser Lösung Rechnung getragen worden: der Schaffung eines nachhaltigen und zukunftstauglichen Gottesdienstraumes für die Pfarrei St. Joseph, der Entlastung der Pfarrei von der großen Baulast sowie dem Bau eines dringend benötigten Diözesanarchives, das heutigen Maßstäben entspreche.

„Es ist eine der größten und technisch anspruchsvollsten Baustellen der Diözese, zumindest in den letzten zehn Jahren“, erklärte der Finanzdirektor. Die Baukosten lägen innerhalb des vom Diözesansteuerausschuss bewilligten Budgets von 14,5 Millionen Euro. Auch ursprünglich nicht vorgesehene Baumaßnahmen an der denkmalgeschützten Gebäudesubstanz oder im Bereich des Brandschutzes seien in dieser Summe enthalten.

Das Diözesanarchiv erfüllt einen kirchenrechtlichen Zweck, indem es Dokumente der Bistumsverwaltung und von Kirchenstiftungen aufbewahrt. „Die Pfarreien geben ihr Material an uns, wenn sie nicht mehr besetzt sind oder wenn sie wollen, dass es im Archiv verwahrt wird“, erklärte Dr. Erwin Naimer, Leiter des Diözesanarchivs. Insgesamt neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichten, reinigen und sortieren die eingehenden Dokumente, bevor sie in den platzsparenden Rollregalen im Magazin untergebracht werden. Im Verwaltungs- und Nutzerzentrum gibt es im Lesesaal die Möglichkeit, vorbestellte Archivakten einzusehen. Der Raum öffnet sich durch zwei große Glasfronten in Richtung Donauwörther Straße. Neben den Büroräumen der Mitarbeiter sind in diesem Gebäude auch ein Ausstellungs-, Konferenz- und Vortragsraum sowie eine Präsenzbibliothek eingerichtet.

Rainer Heuberger, der die Arbeiten als Architekt betreut hat, nannte es eine „Herausforderung, an ein bestehendes sakrales Gebäude anzubauen“. Das Gebäude sei so gestaltet worden, dass es sich möglichst zurückhaltend in die Umgebung einfüge. Es handle sich um ein „reines Zweckgebäude, das die verschiedenen Bereiche – Magazin, Verwaltung, Öffentlichkeitsbereich – funktional unterbringt“, so der Architekt. Das Magazin im ehemaligen Langhaus der Kirche St. Joseph sei ein „völlig unabhängiges Gebäude im Gebäude“, das aus Denkmalschutzgründen keinen direkten Kontakt zur Kirche habe. Dass man sich in einer Kirche befindet, erkennt man nur noch an den zwei Seitenaltären und der Kanzel sowie an einzelnen Details wie Jochbögen und Säulenkapitellen. Sie wurden aus Denkmalschutzgründen an ihren bisherigen Stellen im Hauptschiff erhalten. Der Außenbereich zur Donauwörther Straße hin wird als offener Bereich für die katholische und die gegenüber liegende evangelische Kirchengemeinde gestaltet sein. An der Nordseite des Gebäudes wird es wieder einen Gemeinschaftsgarten geben, der den Bürgern zur eigenen Nutzung zur Verfügung steht.