Nicht alles kontrollieren und im Gespräch bleiben: Am 9. Februar ist der Safer-Internet-Day

Darf ich ein kleineres Kind unbeaufsichtigt an einen Computer mit Internet-Zugang lassen? Kann ich einem Jugendlichen erlauben, stundenlang im Netz unterwegs zu sein? Was soll ich davon halten, dass ich überhaupt nicht mehr verstehe, was mein heranwachsender Sohn mit unserem Familiencomputer macht? Diese Fragen stellen sich viele Eltern. Das sind auch Themen, die immer wieder an die Erziehungsberatungsstelle der Katholischen Jugendfürsorge in Augsburg heran getragen werden.

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Symbolbild

Erziehungsberater Dr. Peter Spengler erlebt immer wieder, dass die Themen Computer und Internet in vielen Familien zu Streit führen. Er macht darauf aufmerksam, dass man bei kleineren Kindern anders damit umgehen müsse als bei älteren. Neben den Aspekten der anfallenden Kosten und eventueller Sicherheitsbedenken kommen andere dazu, so etwa das Thema Vertrauen und Kontrolle. So gehe es bei älteren Grundschulkindern und dann in der beginnenden Pubertät auch darum, dass die Kinder mehr Interesse an den Dingen entwickeln und zunehmend fordern, dass die Eltern sich nicht einmischen.

Spengler findet die Empfehlungen der Studie „Jung und vernetzt“, die der Branchenverband Bitkom 2014 veröffentlicht hat, sei eine gute Hilfestellung. Dort wird empfohlen, dass bei kleineren Kindern die Eltern unter dem Stichwort ‚aktive Begleitung‘ an das Thema herangehen und bei der Nutzung digitaler Medien dabei sein sollten. Im Alter etwa zwischen sechs und zwölf Jahren heiße dann die Devise: ‚kontrolliertes Loslassen‘. „Ich muss nicht mehr alles mitkriegen, was meine Kinder machen. Dabei sollte ich allerdings in gutem Kontakt zu meinen Kindern sein und sehen, wie es ihnen damit geht und im Blick behalten, was sie machen“, rät Spengler.

Bei älteren Kindern und dann auch Jugendlichen sei es wichtig, sie kompetent zu unterstützen und ihnen Internetkompetenz zu vermitteln. „Da geht es auch darum, über die Gefahren im Internet zu informieren. Themen wie etwa die Verwendung persönlicher Daten, Einkaufen übers Internet, Umgang mit Gewaltdarstellungen – darüber sollten Eltern immer wieder im Gespräch mit ihren Kindern sein.“

Eine weitere Aussage dieser Studie ist, dass ein Drittel der Kinder und Jugendlichen ab 10 Jahren sagen: Meine Eltern sprechen mit mir darüber, was ich im Internet mache. „Ich würde mir wünschen, dass das deutlich mehr wären“, so Spengler. Eltern fühlen sich oft unsicher, dass die Kinder sich beim Thema Internet in vielen Aspekten vielleicht besser als sie selbst auskennen. Generell sei zu empfehlen, dass Eltern ihren Kindern Aufmerksamkeit schenken sollten und so mit zunehmendem Alter Vertrauen wachsen könne; erst wenn es Hinweise auf ein problematisches Verhalten gebe sollten sie sich stärker einbringen.

 

Mehr dazu

  • Am 9. Februar 2016 findet der jährliche internationale Safer Internet Day statt. Die Initiative der Europäischen Kommission ruft wieder weltweit zu Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Internetsicherheit auf: www.klicksafe.de
  • Die Studie „Jung und vernetzt – Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft“ wurde am 18.12.2014 auf der Website www.bitkom.org veröffentlicht.

Kontakt
Psychologische Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung, Gartenstraße 4, 86152 Augsburg, Telefon 0821/4554100