Nicht verzagen und alles wagen? | Die Sanierung des Staatstheaters stellt Augsburg vor große Herausforderungen

Wieder einmal beschäftigen die Kosten für die Sanierung und Bauarbeiten die Augsburger Öffentlichkeit und den Stadtrat. Nun konnten sich Pressevertreter einen Überblick über den Stand der Arbeiten im „Großen Haus“ machen.

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Baureferent Gerd Merkle präsentierte den aktuellen Stand der Sanierung des Staatstheaters | Foto: Wolfgang Czech

„Nicht verzagen und alles wagen“, war auf einem Plakat zu lesen, das neben Baureferent Merkle zu sehen war. Das Projekt „Sanierung Staatstheater Augsburg“ wird auch im neuen Stadtrat bald auf der Tagesordnung erscheinen. Nach fünf Jahren Bauphase soll zum wiederholten Male über Kostenexplosionen gesprochen werden (wir berichteten).

Bei einer Begehung der Baustelle wurde der gegenwärtige Fortschritt des Projekts gezeigt.
Die Abrissarbeiten um das Theater sind weitgehend abgeschlossen. Nur der Verwaltungsbau
steht noch, dessen Tage aber sind auch schon angezählt. Die Archäologen graben sich zur Zeit in einer Linie vom Standort ehemalige Brechtbühne zum Kloster Heilig Kreuz durch. Unter dem abgerissenen Bauwerk kamen dicke Fundamente des ehemaligen Klosters ans Tageslicht. Man hofft im Verlauf der Grabungen auf Reste der berühmten Römerstraße „Via Claudia“ zu stoßen.

Die Entkernung des Großen Hauses ist immer noch in vollem Gange. Als eine bautechnische
Herausforderung wird die Decke über dem Zuschauerraum gesehen. Ein filigraner Baldachin
schwebt über den Zuschauern. In der Mitte ein Kronleuchter aus Murano Glas, dem die
Leichtigkeit des wallenden Baldachins die Mitte gibt. Der Baldachin, aus Gips modelliert, ist auf
einem freitagenden Metallgerüst aufgehängt. Zudem sind in den Faltenwürfen Luftschlitze
eingearbeitet, damit Frischluft in den Saal einströmen kann, die unter den Stuhlreihen wieder
abgesaugt wird. Dieses geniale Prinzip soll in verbesserter Form neu konstruiert werden. Die Luftwird dann in umgekehrter Richtung den Saal klimatisieren.

Die Feuerwehr sperrte das Theater vor Jahren wegen fehlenden Brandschutzes der Lüftungsanlage. Großen Wert legt der Denkmalschutz auf das Foyer. Bequem erreichbar über einen breiten Gang mit mehreren Zugängen. Eine großflächige Fensterfront in markanten Rundbögen mit Blick bis zum Königsplatz. Fresken zeigen Allegorien aus der Welt des Theaters und des Schauspiels. Eine Decke in Wellenform. Und das alles im Stil der „Fünfziger“. Auch da wieder der Pferdefuß mit dem Brandschutz. Die Wellenform Decke dürfe nicht abgehängt sein.

So gibt es noch etliche Herausforderungen auf der Baustelle unseres Staatstheaters. Die größte könnte die finanzielle sein.

Wolfgang Czech