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No more Angels ? | Die Basketball-Bundesliga-Damen aus Nördlingen stehen vor dem Scheideweg

Neue Standards in der Basketballundesliga machen hohe Investitionen notwendig, dabei stellt sich die Frage: Was sind die Angels Nördlingen den Donau-Riesern wert?

No More Angels ? | Die Basketball-Bundesliga-Damen Aus Nördlingen Stehen Vor Dem Scheideweg
Erika Davenport und die Eigner Angels stehen vor einer ungewissen Zukunft Foto: Jochen Aumann

Seit 16 Jahren liefern die Basketball-Bundesliga-Damen der BG Donau-Ries, allseits bekannt als ANGELS, den Nördlinger und Rieser Sportfans Spitzensport an. Gemanaget wird die aufwändige Organisation vom Verein BG Donau-Ries, insbesondere dessen Vorstandschaft, allesamt ehrenamtliche Personen, die in ihrer Freizeit Unglaubliches leisten um jede Saison den Etat von mittlerweile ca. 300.000 Euro zusammenzutragen, der benötigt wird um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Diese nicht unerhebliche Summe wird hauptsächlich durch Sponsorengelder, durch private Spenden und durch Eintrittsgelder erwirtschaftet. Dennoch steht man mit diesem Budget eher am unteren Rande aller Erstligisten. Trotzdem schaffen es die sportlich Verantwortlichen immer wieder eben nicht im unteren Drittel der Liga zu landen, sondern eher oben, ja sogar ganz oben, mitzumischen.

Angels sind sportlich sehr erfolgreich

Der sportliche Erfolg hat neben dem offensichtlichen Glanz dabei auch eine Schattenseite. Im Pokal lange dabei zu sein und sogar am TopFour-Turnier teilzunehmen kostet Geld. Play-Offs zu spielen bedeutet, dass die Saison länger dauert und damit Spielerinnen und Coaches länger gezahlt werden müssen. Was den finanziell Verantwortlichen aber noch viel mehr Sorgen bereitet, sind die neuen Auflagen und Standards, die von der Liga DBBL beschlossen wurden um die Professionalisierung des aufstrebenden Sports Frauen-Basketball voranzutreiben. Der Schwung durch die Erfolge der Nationalmannschaft und die bevorstehenden Großereignisse Olympia, EM und WM in Deutschland soll von der 1. Liga mitgenommen werden, damit der Frauenbasketball in Deutschland „aus dem Mief der Turnhallen“ herausgeführt wird. Zu den sich in den nächsten Jahren steigernden Standards gehören nicht nur hauptamtlich beschäftigte Personen, sondern auch Hallenböden, Korb- und Anzeige-Anlagen mit hohem Investitionsbedarf.

Stellvertretend für die Vorstandschaft meint der sportliche Leiter der Angels Martin Fürleger: „Wir sind bereit zu kämpfen und alles zu geben. Supergerne würden wir bei dem deutlich spürbaren Aufwärtstrend unserer geliebten Sportart dabei sein. Doch die Voraussetzungen in einer Kleinstadt wie Nördlingen ohne nahe Universität und ohne mehrere Groß-Sponsoren stellen uns vor scheinbar unlösbare Probleme.“ Um einen seriösen Lizenzantrag für die nächste Saison zu stellen, in der man einen großen Schritt in Richtung Professionalisierung gehen müsste, bräuchte der rührige, kleine Verein eine einmalige kräftige Anschub-Finanzierung, zumindest im oberen 5-stelligen Bereich. Gespräche mit Stadt- und Landkreis-Verantwortlichen verliefen desillusionierend. Finanzvorstand Thomas Hennig dazu: „Man will uns zwar unterstützen, aber substantielle Geldleistungen gibt es nicht, obwohl wir Nördlingen und das Ries in ganz Deutschland hervorragend repräsentieren. Wir zahlen mehr an Steuern, Abgaben, Mietkosten etc. an die Stadt Nördlingen als wir Unterstützung erfahren.“ Vorstandsmitglied Bene Lasser gibt zu bedenken, dass die Angels nicht nur DAS Sportevent der Region sind, sondern auch das Zugpferd für viele Kinder und die Anschub-Motivation um Sport zu treiben. Es vergeht kaum eine Woche, in der die sympathischen Athletinnen  nicht in einer Schule im Ries unterwegs sind. Aktionen gegen Rassismus oder auch die Kooperation mit der Lebenshilfe gehören zum Selbstverständnis der Angels, würden aber in Zukunft natürlich alle wegfallen, wenn das Unternehmen Basketball-Bundesliga in Nördlingen beendet wird.

No more Angel?

Was ist all dies den Nördlingern, den Riesern, der Wirtschaft, der Politik wert? Wenn in den nächsten vier Wochen kein Kraftakt gelingt, wird die Vorstandschaft der BG Donau-Ries wohl die Reißleine ziehen und es wird ab 2025 keine Angels mehr geben. No more Angels heißt keine Schulaktionen, keine gesellschaftlichen Aktivitäten und keinen Basketball auf höchstem nationalen Niveau.

Vielleicht gelingt ja das schier Unmögliche und es kommt zu einer solidarischen Aktion vieler Personen, Unternehmen oder Gruppen. Wer sich an der Aktion „SAVE THE ANGELS“ beteiligen möchte, findet entsprechende Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme und/oder Infos zu Spenden und Sponsoring auf der Homepage www.eigner-angels.de. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Noch wird an der Zukunft der Angels gebastelt, doch ohne die breite Unterstützung Vieler wird es nicht gehen.

Kurt Wittmann

Presse Augsburg
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Newsdesk der Presse Augsburg Medien-Redaktion.

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