Nobelpreisträger Stiglitz sieht „traumatisierte Weltwirtschaft“

Nobelpreisträger Joseph Stiglitz warnt vor massiven ökonomischen Folgen der Coronakrise für die Weltwirtschaft. „Die Schwere der Krise könnte ähnlich sein wie die der Großen Depression der 1930er-Jahre“, sagte der US-Ökonom dem „Handelsblatt“. Diese Krise sei auch „viel tiefer als die Finanzkrise, die vor zwölf Jahren ausbrach“.

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Besonders schwere Folgen erwartet der Ökonom für die USA. „Die Krise führt uns die fundamentalen Defizite in unserem System vor Augen“, so Stiglitz. Die Arbeitslosigkeit werde rasant ansteigen.

Wegen der ökonomischen Verwerfungen geht Stiglitz nicht davon aus, dass US-Präsident Donald Trump im November wiedergewählt wird. Auch für Europa prophezeit der ehemalige Chefökonom der Weltbank harte Zeiten, obwohl Länder wie Deutschland oder Dänemark auf die Pandemie „viel besser vorbereitet“ seien als die USA. „Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft des europäischen Projekts“, warnte Stiglitz. „Falls Europa Italien nicht hilft, dann werden die Anti-Euro-Bewegungen in Europa so stark werden, dass man sich fragen muss, ob die EU das überleben kann.“

Stiglitz hält Eurobonds für den richtigen Weg. „Die EU muss jetzt gemeinsam agieren.“