Nordschwaben | Verkehrsunfallflucht ist kein Kavaliersdelikt: Polizei klärt mit Comic auf

Eine Verkehrsunfallflucht führt ausschließlich zu Problemen. Die Geschädigten müssen in vielen Fällen die Reparaturkosten selber tragen, sofern der Unfallgegner unbekannt bleibt und die Versicherung nicht einspringt.

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Symbolbild/Presse Augsburg

Gegen den Geflüchteten wird wegen Unerlaubtem Entfernen vom Unfallort ermittelt – einer Straftat nach dem Strafgesetzbuch und damit kein Kavaliersdelikt. Hierfür gibt es bei der Polizei auch sogenannten Unfallfluchtfahnder, die speziell für diese Art von Ermittlungen aus- und fortgebildet werden.

Vergangenes Jahr wurden in Nordschwaben gut 4.000 Verkehrsunfallfluchten registriert. Etwa 45% der Fälle wurden aufgeklärt. Das Ermittlungsergebnis wird stets der Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Konsequenzen sind nicht unerheblich, denn §142 StGB sieht eine Geldstrafe bis hin zu Freiheitsstrafe von drei Jahren vor. Außerdem kann die Fahrerlaubnis/ der Führerschein entzogen und eine Sperrfrist zur Neuerteilung des Führerscheins verhängt werden.

Nicht nur vorsätzliche Taten führen zu solchen Vorfällen, sondern auch Unwissenheit. So hält sich seit Jahren das Gerücht, ein Zettel an der Windschutzscheibe würde die gesetzlichen Pflichten abdecken. Dies ist aber eine gefährliche Fehlinformation, die nun das Polizeipräsidium Schwaben Nord auf ihren Social Media Accounts behandelt. Außerdem gibt es weitere Informationen, wie man sich als Unfallbeteiligter verhalten muss, wenn der Unfallgegner nicht persönlich vor Ort ist.

Dazu gehört:

  • angemessene Zeit vor Ort auf den Unfallgegner warten (mindestens 30 Minuten)
  • noch am Unfallort die Polizei telefonisch über den Unfall informieren
  • erst nach Ablauf der Wartezeit und in Abstimmung mit der Polizei können die persönlichen Daten am Fahrzeug des Unfallgegners hinterlassen werden

Um auf das Thema im besonderen Maße aufmerksam zu machen, wurde durch das Polizeipräsidium Schwaben Nord ein Comic erstellt und auf den Social Media Accounts veröffentlicht.

Hier der Link:

211217_ppswn-richtiges_unfallverhalten.pdf (bayern.de)

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