Notfall-Schlachtpläne in vielen Zoos „kein Thema“

Notfall-Schlachtpläne aufgrund der Coronakrise stehen in den Tierparks in Heidelberg, Duisburg und Augsburg nicht zur Debatte. Der Zoo Neumünster hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil es dort laut der Zoodirektorin einen solchen Plan gibt. Der Heidelberger Zoo, dem aktuell laut eigenen Angaben etwa 500.000 Euro im Monat an Eintrittsgeldern entgehen, sagte dem Nachrichtenportal Watson: „Notschlachtungen sind im Zoo Heidelberg kein Thema.“

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Die Mitarbeiter hätten in den vergangenen Wochen mit großem Engagement die Konzepte und Regelungen zu einem Notbetrieb entwickelt und umgesetzt. „Die grundlegende Versorgung der Tiere ist mit diesem System – wenn es bei unseren Mitarbeitern nicht zu hohen krankheitsbedingten Ausfällen kommt – vorerst gewährleistet“, teilte der Zoo mit. Auch in Duisburg müssen die Zootiere nicht um ihr Leben fürchten.

„Unsere Futtermittellager sind derzeit gefüllt und wir bekommen weiterhin Tierfutter geliefert. Der Zoo Duisburg hat keine Liste von Tieren, welche aufgrund der Corona-Pandemie euthanasiert werden müssten.“ Im Zoo Augsburg gibt es ebenfalls keine Pläne zu Schlachtungen. „Durch Kurzarbeit bei den Verwaltungsmitarbeitern geht es noch einige Monate (da 2019 auch ein sehr gutes Jahr war)“, teilte der Zoo Watson zu seiner finanziellen Lage mit.

„Alle geplanten Investitionen, die der Verbesserung der Tierhaltung und auch der Attraktivitätssteigerung dienen, sind aber jetzt nicht mehr möglich.“ Auch der Sprecher des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ), Sebastian Scholze, bestätigte Watson, dass der VdZ nichts von konkreten Plänen anderer Tiergärten wisse, ihre Tiere zu schlachten. „Wir sind uns sicher: So weit wird es nicht kommen“, sagte er. Scholze sieht sogar etwas Licht am Horizont: „Einige Bundesländer sind dabei, die finanziellen Rettungsschirme auch für Zoos nutzbar zu machen. Was uns zudem gefreut hat, ist die spontane Hilfsbereitschaft vieler Tierfreunde, Spenden an die Zoos zu geben.“

Scholze machte aber deutlich: „Unseren Zoos fehlen durch die ausbleibenden Zuschauer die entscheidenden Einnahmen.“ Es sei daher wichtig, die angedachten Rettungsmaßnahmen von Bund und Ländern auch für Tierparks nutzbar zu machen.