Die Notfallseelsorge des Bistums Augsburg steht unter einer neuen Leitung: Der langjährige Fachbereichsleiter Diakon Dr. Edgar Krumpen hat eine neue Stelle als Auslandsseelsorger in Südkorea angenommen. An seine Stelle rückt sein bisheriger Stellvertreter Diakon Martin Linder nach. Bei der Amtsübergabe am vergangenen Samstag gratulierte Bischof Bertram den beiden Diakonen herzlich und freute sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Leitungsteam.

Stabuebergabe Von Diakon Dr. Edgar Krumpen L. An Seinen Nachfolger Diakon Martin Linder Foto Julian Schmidt Pba
Stabübergabe von Diakon Dr. Edgar Krumpen (l.) an seinen Nachfolger Diakon Martin Linder (Foto: Julian Schmidt / pba)

Während eines Festakts zum „Tag der Notfallseelsorge“ vor der Königsbrunner Pfarrkirche „Maria unterm Kreuz“ hatte Dr. Krumpen dabei die Gelegenheit, gemeinsam mit zahlreichen Gefährten und Wegbegleitern auf insgesamt 22 Jahre in der Notfallseelsorge zurückzublicken, von denen er 17 in verschiedenen Leitungsfunktionen verbracht hatte. Der 1966 geborene Diakon schlägt nun ein neues Kapitel auf: Ab 1. September 2022 wird er im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz für fünf Jahre die Leitung der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul übernehmen.

Seinem bisherigen Stellvertreter und Nachfolger als Leiter der Notfallseelsorge, Diakon Martin Linder, überreichte Krumpen dabei auch symbolisch einen Stab als Zeichen der Amtsübergabe. Diakon Linder werden zukünftig Pastoralreferentin Sina Pitschen als Stellvertreterin und Sabrina Jehle als Diözesanreferentin zur Seite stehen. Pitschen war bereits zuvor im Leitungsteam der Notfallseelsorge tätig, während Jehle mehrere Jahre lang als Gemeindereferentin in der Pfarrei Mering wirkte. Er habe die Leitung gerne übernommen, so Diakon Linder: „Mir liegen der Dienst am Menschen, der ganze Fachbereich und die Kirche sehr am Herzen.“ Er sei überzeugt, dass es sich bei der Notfallseelsorge um einen „zutiefst diakonischen Dienst“ handele, für den er sich gerne engagiere.

In seiner Predigt im anschließenden Festgottesdienst betonte Bischof Bertram die wichtige „kirchliche Mission“ der Notfallseelsorge. Dabei sei aber entscheidend, dass sie trotz kirchlich-katholischer Prägung und Trägerschaft ökumenisch und interreligiös denke und handle. Sie dürfe sich dabei aber nicht auf theologische Diskussionen beschränken, für die in einer akuten Krisensituation ohnehin keine Zeit sei, sondern müsse immer den konkreten Menschen in seinen Nöten und Bedürfnissen vor Augen haben: „Kompliment, liebe Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger: Sie denken nicht nur an den Himmel, sondern stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden!“

Das Neue Leitungsteam Der Notfallseelsorge V.l. Sabrina Jehle Diakon Martin Linder Und Sina Pitschen Foto Julian Schmidt Pba
Das neue Leitungsteam der Notfallseelsorge: (v.l.) Sabrina Jehle, Martin Linder und Sina Pitschen (Foto: Julian Schmidt / pba)

Die Arbeit der Notfallseelsorge sei das „Feldlazarett des Lebens“, so der Bischof in Anlehnung an Papst Franziskus. Besonders freue ihn, dass die Notfallseelsorge jedes Jahr zahlreiche neue Freiwillige in ihren Reihen begrüßen könne, die er gerne nach der Predigt formell in ihren neuen Dienst entsende: „Sie heben Verwundete auf, sie neigen ihnen Ihr Ohr zu, sie schauen genau hin und vor allem: Sie haben ein aufmerksames Herz, das für die Not der Vielen schlägt. Vergelt’s Gott!“ Mit diesem Tag begannen neun weitere Männer und Frauen ihren ehrenamtlichen Dienst in der Notfallseelsorge.

Die Notfallseelsorge des Bistums Augsburg ist in 14 Systeme aufgeteilt, die einen Großteil des Bistumsgebiets abdecken. Sie kooperiert dabei stets eng mit den verschiedenen Blaulichtorganisationen. 2019/20 wurde sie zu insgesamt 2.516 Einsätzen gerufen, bei denen insgesamt fast 10.000 Menschen eine seelsorgerliche Erstbetreuung gegeben werden konnte. Insgesamt sind derzeit rund 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haupt- und ehrenamtlich in der Notfallseelsorge tätig.

Für alle Interessierten, die gerne selbst als Notfallseelsorger/-in arbeiten möchten, gibt es ab Dezember wieder die Möglichkeit, einen Ausbildungskurs zur Grundqualifizierung zu absolvieren. Der Kurs wird jährlich angeboten und findet in Zusammenarbeit mit verschiedenen Blaulichtorganisationen statt. Weitere Informationen und den aktuellen Jahresbericht zum Herunterladen gibt es im Internet unter: www.notfallseelsorge-augsburg.de.