Nur wenige Online-Händler senkten Preise zum 1. Juli – Viele Senkungen im stationären Handel

Die Mehrwertsteuersenkung zum 1. Juli 2020 soll Kundinnen und Kunden in die Geschäfte locken und so den Konsum in der Coronakrise ankurbeln. Doch geben die Händler die Ersparnis weiter und senken die Preise? Das wollte das ZDF-Magazin „WISO“ wissen und ließ rund 3000 Produkte im Online-Handel über Wochen beobachten. Das Ergebnis nach der Auswertung von rund 1,8 Millionen Preispunkten: Nur rund ein Viertel aller beobachteten Angebote sank mehrwertsteuerbedingt, fast drei Viertel blieben gleich oder wurden sogar teurer. „WISO“ berichtet am Montag, 6. Juli 20020, 19.25 Uhr.euro-870757_1280 Nur wenige Online-Händler senkten Preise zum 1. Juli - Viele Senkungen im stationären Handel Politik & Wirtschaft TV-Tipp Überregionale Schlagzeilen Mehrwertsteuer Steuersenkung | Presse Augsburg

Stichproben im stationären Handel ergaben ein anderes Bild: Dort senkten die großen Warenhäuser, Baumärkte und Elektrohändler die Preise entsprechend. Der Leiter der Studie, Clemens Vest, sieht sich bestätigt, dass der Online-Handel im Gegensatz zum stationären Handel nicht auf den Impuls der Mehrwertsteuersenkung angewiesen war: Die Dynamik sei ohnehin hoch, so dass die Preise immer stark schwankten. Dennoch rechnen Experten wie der Professor für Marketing und Strategie an der WHU Vallendar, Martin Fassnacht, damit, dass der Handel von der Mehrwertsteuersenkung profitiert: „Eine Senkung des Preises ist was Positives für den Verbraucher. Das kann dazu führen, dass der Konsum angeregt wird“, sagte Fassnacht in „WISO“.

Für die Studie wurde ein zufälliger Warenkorb aus rund 3.000 Produkten verschiedener Kategorien zusammengestellt wie zum Beispiel: Baumarkt, Elektronik, weiße Ware, Küchengeräte, Kosmetik, Spielzeug etc. Eine Preissenkung ab 1. Juli für regulär besteuerte Produkte durch die Mehrwertsteuersenkung würde rund 2,59 Prozent betragen, somit wurde eine Mindestsenkung von 2 Prozent als mehrwertsteuerbedingte Preisanpassung anerkannt.