„Nur wenn wir zusammenhalten können wir die Krise überstehen“ | Augsburger Panther-Chef Sigl im Interview

Die Eishockeysaison wurde ohne Playoffs abgebrochen. Die Augsburger Panther befinden sich seit Anfang März in der Sommerpause, wann es weitergeht steht heute noch nicht fest. Wie wird es weitergehen? Presse Augsburg hat sich mit Hauptgesellschafter Lothar Sigl über die Corona-Zeit und die Zukunft des AEV unterhalten.

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Lothar Sigl (Hauptgesellschafter der Augsburger Panther) ist stolz auf die gesamte AEV-Familie

Herr Sigl, die vielleicht wichtigste Frage in dieser Zeit: Wie geht es Ihnen persönlich?

Gesundheitlich gut, auch wenn die letzten Wochen für die Augsburger Panther und die gesamte Deutsche Eishockey Liga sehr intensiv waren. Und noch ist hier kein Ende in Sicht.

Sie haben vor wenigen Monaten ihre Gaststätte aufgegeben, wollten dem Vernehmen nach weniger machen. Die Corona-Zeit hatte ihnen nun viel zusätzliche Arbeit beschert. Nehmen sie uns doch kurz in einen Tag von Lothar Sigl in den letzten Wochen mit.

Hätte mir jemand vor ein paar Monaten gesagt, dass ich jeden Tag in unzähligen und stundenlangen Telefon- und Videokonferenzen verbringe, ich hätte es in diesem Ausmaß nicht für möglich gehalten. Das teils sehr dynamische Geschehen war und ist für uns alle eine große Herausforderung, die wir weiter nur geschlossen bewältigen können.

Sie konnten relativ früh vermelden, dass sich ihre Spieler zu einem Gehaltsverzicht bereit erklärt haben. Kam ihnen hier zu Gute, dass viele der Jungs schon mehrere Jahre beim AEV sind?

Wir sind seit Wochen in intensivem Austausch mit unserem Team und extrem dankbar, dass sich jeder Einzelne solidarisch mit unserem Club zeigt. Es macht mich stolz, dass bei uns niemand ausschert und jeder verstanden hat, dass wir alle im selben Boot sitzen. Einmal mehr wird klar, dass die gesamte Pantherfamilie besonders in schweren Zeiten eng zusammensteht und sich jeder selbstlos dem großen Ganzen unterordnet.

Wie müssen wir uns die Vereinbarung genau vorstellen? Wenn alles wirtschaftlich „normal“ läuft bekommen die Spieler am Saisonende eine Sonderzahlung?

Eine Zusatzvereinbarung zum Gehaltsverzicht sieht vor, dass 25 Prozent des vereinbarten Gehalts von einer garantierten zu einer variablen, an den Gesamtumsatz des Clubs gekoppelten Zahlung werden.

Sie haben ja bereits einen Großteil des Teams zusammen. Sie setzen dabei hauptsächlich weiter auf die bekannten Jungs. Warum?

Ein Großteil dieser Spieler hatte Anteil an unserer starken Saison 2018/19 und auch den vielen glanzvollen Auftritten in der CHL. Zudem haben wir uns in der abgelaufenen Saison für die Playoffs qualifizieren können. Und wir sind überzeugt, dass wir auch dort wieder hätten überraschen können. Diese Spieler haben gezeigt, was sie sportlich zu leisten im Stande sind. Und natürlich wollen wir speziell in Krisenzeiten auf Konstanz setzen und auf Experimente verzichten.

Für welche Positionen suchen Sie noch nach Verstärkung und was muss diese mitbringen?

Im Moment gilt ein genereller Verpflichtungsstopp bis mindestens 30. Juni. An diesen wollen wir uns halten. Klar ist aber, dass wir nur noch im Sturm Handlungsbedarf haben. Klar ist auch, dass wir jede Position immer mit dem in unseren Augen bestmöglichen Spieler besetzen wollen.