«Gumpenjucken» heißt eine waghalsige Sportart in Bayern. Als «Gumpen» werden Becken unter einem Wasserfall bezeichnet. «Jucken» bedeutet im Allgäu springen. Benedikt ist drei Stunden Auto gefahren, um an den Buchenegger Wasserfällen in die Tiefe springen zu können. Und der 22-Jährige ist nicht der einzige: Die Wasserfälle inmitten eines Waldes sind längst kein Geheimtipp mehr. 17 Meter geht es nach unten.

«Es war auf jeden Fall ein neues Gefühl, so mal in einen Wasserfall reinzuspringen. Aber es könnte höher gewesen sein, wenn es tiefer gewesen wäre. Adrenalin ist auf jeden Fall vorhanden.» Jahr für Jahr kommen mehr Touristen, darunter viele Klippenspringer. Angelockt vor allem durch Videos im Internet, die waghalsige Sprünge zeigen. Das Tourismusbüro Oberstaufen bewirbt das Gumpenjucken nicht.

«Viel zu gefährlich», sagt eine Sprecherin. «Was kann schief gehen? Man könnte auf dem Rücken aufkommen, auf dem Bauch aufkommen.» Wasserstrudel und Steine im Wasser kosteten schon manch einem das Leben. An den Buchenegger Wasserfällen gibt es außerdem kein Handynetz. Auch keine Aufsicht. Ein Krankenwagen könnte den abschüssigen Pfad ohnehin nicht passieren.