ÖDP Augsburg kritisiert aktuelle Baumfällungen in Augsburg

Ob auf dem ehemaligen DJK-Gelände zwischen Schönbachstraße und Donauwörther Straße, dem ehemaligen Postgelände zwischen Stadtjäger- und Holzbachstraße oder zuletzt auf dem Gelände der ehemaligen Spicherer Schule in Pfersee: In Augsburg werden derzeit wieder verstärkt Bäume gefällt. Kritik gibt es dafür von Christian Pettinger von der ÖDP Augsburg.

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In all diesen Fällen wurden laut Pettinger die Anwohner erst durch den Lärm der angesetzten Motorsägen über die Fällungen in Kenntnis gesetzt. Hier wurde von Seiten der Bauträger versäumt, im Vorfeld für Klärung zu sorgen. „Da wundert es mich dann auch nicht, dass ich laufend Zuschriften verärgerter Anwohner erhalte, die den Sinn der Fällungen in Frage stellen“, so Pettinger. Auch er könne meist nur resigniert zur Kenntnis nehmen, was da jeweils vor sich gehe. Pettinger: „Ich habe den Umweltreferenten Erben zwar darum gebeten, bei der nächsten Sitzung des Umweltausschusses darüber zu berichten, aber bis dahin sind die Bäume längst gefallen.“

Gerade auch bei der Spicherer Schule frage er sich, wieso hier 19 Bäume gefällt werden müssten, angeblich nur, um das Gebäude abreißen zu können. Über den bestehenden und geteerten Schulhof hätte der Abriss mit Sicherheit auch stattfinden können. Für den späteren Wohnungsneubau durch die WBG gebe es ja noch nicht einmal eine Baugenehmigung, aus welcher der Umfang des Baukörpers hervorgehe und damit sei noch gar nicht klar, welche Bäume dann dem neuen Gebäude weichen müssten. Für die Bauunternehmer ist es natürlich die einfachere „Lösung“ das Baufeld erst mal komplett von sämtlichem Bewuchs zu befreien. Allzu heftige Kritik versuche man dann mit dem Argument zu beruhigen, dass man ja mehr Bäume nachpflanzen werde, als man jetzt fälle. Dabei übergeht man jedoch die Tatsache, dass diese Jungbäume dann erst mal 40-50 Jahre brauchen, bis sie annähernd die Größe der gefallenen Exemplare erreicht hätten. Im Übrigen würden bei der Neupflanzung in der Regel sowieso nur kleinwüchsigere Arten gewählt, die von Hause aus nicht an ihre Vorgänger heranreichen würden.

Pettinger: „Ich frage mich, wann endlich auch der letzte Bauträger kapiert hat, dass mit der Beseitigung großer Stadtbäume sich das Stadtklima und damit die Lebensqualität vor Ort weiter verschlechtert und das in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels. Stadtbäume sorgen für Luftaustausch, Wasserrückhalt, Feinstaubfilterung und kühlenden Schatten im Sommer. Sie sind durch nichts zu ersetzen!“ Eine Betrachtungsweise, wie in einem Wirtschaftswald, wo man nachhaltig zur Holzgewinnung Bäume entnehmen und wieder aufwachsen lassen könne, verböte sich in der Stadt, weil hier die Bäume in der Regel vereinzelt stünden.