Augsburg | Oberbürgermeisterin Eva Weber will „Tübinger Modell“ in der Fuggerstadt

Geschäfte ohne Kunden, die Gastronomie geschlossen, Kultureinrichtungen verwaist. Schlimme Bilder, die uns aufgrund der neuesten Coronazahlen wieder bzw. weiter blühen könnten. Tübingen versucht seit einigen Tagen ein eigenes Öffnungsmodell, wie es scheint mit Erfolg. Nun hat Augsburg Oberbürgermeisterin Eva Weber beim Gesundheitsministerium angezeigt, dieses Konzept ebenfalls umsezten zu wollen.

Coronakrisenstab Augsburg11„Das „Tübinger Modell“ – es ist inzwischen in aller Munde, auch in Augsburg. Wie OB-Kollege Palmer bin auch ich überzeugt, dass wir kreative Lösungen brauchen.
Ich habe deshalb heute in einem Telefonat mit Gesundheitsminister Klaus Holetschek den Wunsch und Willen der Stadt Augsburg geäußert, nach dem Vorbild Tübingens zu verfahren.
 
Denn wir sind hierfür vorbereitet. Nicht nur, dass die App Luca in den Startlöchern steht, die in allen Bereichen eine schnelle und unkomplizierte Kontaktnachverfolgung garantiert. Auch die notwendigen Schnelltests als zentrale Bausteine sind sichergestellt: Nur ein negativer Test kann eine Rückkehr zur Normalität, einen Besuch von Geschäften, Gastronomie, Theatern, Kinos oder Sportstudios ermöglichen. Bereits jetzt haben wir daher die beiden Schnelltestzentren am Plärrer und in der Maxstraße in Betrieb und zusätzlich die mobile Teststation, die in den Stadtteilen unterwegs ist.
 
Ich wünsche uns, dass der Freistaat Bayern uns ermöglicht, dass wir diesen Weg möglichst bald einschlagen können. Denn wir alle sehnen uns nach einem Rückkehr zur Normalität.“, so die Augsburger Oberbürgermeisterin auf Facebook.
 
Für ihren Facebook-Post erhielt Eva Weber bereits in kurzer Zeit sehr viel positive Resonanz:
 

„Öffnen mit Sicherheit“ – So funktioniert das „Tübinger Modell“

Im baden-württembergischen Tübingen wird seit 16. März ein drei Wochen andauerndes Modellprojekt durchgeführt. Der Pilotversuch soll vorerst bis 4. April 2021 laufen.

Das Modellprojekt besteht aus folgenden Komponenten:

  • Für die Nutzung der Einzelhandelsangebote, die bis zum 8. März geschlossen waren, sowie für Friseursalons und bei körpernahen Dienstleistungen wird ein tagesaktueller Schnelltest zur Bedingung.
  • Außengastronomie und Kulturbetriebe sowie Kinos werden zusätzlich geöffnet, jedoch ebenfalls nur für Personen, die ein tagesaktuelles negatives Schnelltestergebnis vorweisen können sowie unter Einhaltung weiterer Hygieneauflagen.
  • Für die Ausstellung von Testzertifikaten, dem sogenannten „Tübinger Tagesticket“ sind in der Innenstadt sieben Schnellteststationen eingerichtet werden. Angelerntes Personal weist dort die zu testenden Personen an, kostenlose moderne Eigentests anzuwenden, dokumentiert das Ergebnis und gibt ein personalisiertes Zertifikat aus.
  • Das Modellprojekt wird durch die Universität Tübingen wissenschaftlich begleitet, um konkrete Handlungsempfehlungen für andere Regionen und das Land abzuleiten.