Ökonomen warnen vor Konjunktureinbruch in Europa

Vor dem EU-Gipfel, auf dem über Konjunkturprogramme in der Coronakrise verhandelt werden soll, warnt eine Gruppe europäischer Wirtschaftsforschungsinstitute vor einem dramatischen Einbruch der Konjunktur in Europa. Je nachdem, wie schnell die Wirtschaft und das öffentliche Leben wieder hochgefahren werden, könnte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr zwischen fünf und zehn Prozent schrumpfen, heißt es in einer Analyse des Economic Think Tank Exchange, einer Gruppe europäischer Wirtschaftsforschungsinstitute, zu der auch das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) gehört, über welche die „Welt“ (Donnerstagsausgabe). Im schlimmsten Fall bräche die Industrieproduktion um 16 Prozent ein.

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Auch in anderen Ländern drohten erhebliche Verwerfungen: In Österreich könnte die Wirtschaft zwischen 6,7 Prozent und 8,7 Prozent einbüßen, in Finnland zwischen fünf und 10 Prozent und in Frankreich zwischen 8,5 Prozent und 9,5 Prozent, heißt es in der Studie weiter. Besonders Italien könnte leiden, schreiben die Forscher. Dort liege der Einbruch zwischen 6,0 und bis zu 12,0 Prozent. Die Verfasser des Berichts unterstützen denn auch den Plan der EU-Kommission, mit einem Konjunkturfonds im Rahmen des kommenden langfristigen EU-Haushalts 1,5 Milliarden Euro an Konjunkturhilfen zu mobilisieren. Die Forscher fordern zudem eine möglichst schnelle Umsetzung, etwa bereits im September dieses Jahres.