Der ehemalige Grünen-Chef Cem Özdemir sieht den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan durch den Wahlerfolg des Oppositionskandidaten Ekrem Imamoglu bei der Bürgermeisterwahl in Istanbul unter Druck. Nun sei die „Nachspielzeit der Ära Erdogan“ angebrochen, sagte der Grünen-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. Imamoglu stehe nun vor der Herausforderung, auch gegen Widerstände erfolgreiche Politik zu machen und sei dabei auch auf Hilfe von Außen angewiesen.

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Trotz des Machtwechsels in Istanbul sei die Türkei jedoch noch weit von einer westlichen Demokratie entfernt, da weiterhin viele Abgeordnete im Gefängnis seien, so Özdemir weiter. Außerdem seien viele Medien nicht unabhängig. Der CHP-Kandidat Imamoglu hatte sich bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag gegen den AKP-Kandidaten Binali Yildirim durchgesetzt.

Der ehemalige türkische Ministerpräsident hatte seine Niederlage bereits am Sonntagabend eingestanden. Imamoglu kam laut vorläufigen Zahlen auf rund 54 Prozent der Stimmen, Yildirim erreichte rund 45 Prozent. Es war bereits die zweite Wahl, nachdem die Wahlkommission das Ergebnis der ersten Wahl von Ende März nach Beschwerde der AKP annulliert hatte.