Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) tritt gemeinsam mit dem ehemaligen Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) und dem Mediziner Detlev Ganten in der Diskussion über Organspenden für die sogenannte Widerspruchslösung ein. In einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwochsausgabe) erklären sie es für zumutbar, dass sich angesichts von 10.000 Patienten, die auf ein Spenderorgan warteten, jeder über dieses Thema Gedanken mache. Die Widerspruchslösung sei unter allen Möglichkeiten die klarste und am wenigsten bürokratische.

Thomas Oppermann, über dts Nachrichtenagentur

Zwar sei es verständlich, dass viele Menschen Gedanken an den Tod verdrängten. Aber, so die Autoren, „wir meinen: Das Recht auf Leben, die Bitte um Hilfe, ist bei sorgfältiger Abwägung stärker zu gewichten als das Recht auf Schweigen. Eine persönliche Entscheidung sollten wir daher in einer so wichtigen Frage erwarten können.“

Im Übrigen sei jeder im Krankheitsfall auch ein potentieller Organempfänger. Die Widerspruchsregelung „ist daher auch ein gesellschaftliches Bekenntnis zum Zusammenhalt, zur Solidarität und zur Nächstenliebe“, so Oppermann, Blüm und Ganten weiter.