Optimierte Fischwanderhilfe und Auwaldbewässerung an der Staustufe Inningen

In Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth (WWA) und der Fischereifachberatung des Bezirks Schwaben führt LEW Wasserkraft ab 1. Oktober Baumaßnahmen am Umgehungsgewässer beim Wasserkraftwerk Inningen durch. Dabei wird zum einen der Einstieg in die Fischwanderhilfe baulich angepasst und zum anderen die Auwaldbewässerung optimiert. Die Bauarbeiten werden rund zwei Wochen dauern.

Wasser Wertach1
Symbolbild

Ein Ziel der Maßnahme ist, die Fischwanderhilfe, den Inninger Auebach, ökologisch zu optimieren. Um den Einstieg in eine Fischwanderhilfe zu finden, brauchen Fische eine entsprechende Leitströmung, der sie folgen können. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Leitströmung bei Inningen zu schwach ausgeprägt ist. Dazu kommt, dass es inzwischen andere Anforderungen an den Bau von Fischwanderhilfen gibt als noch vor über zehn Jahren, als die Fischwanderhilfe bei Inningen im Zuge der ersten Maßnahmen von Wertach Vital gebaut wurde. Die einzelnen Höhenunterschiede, die die Fische beim Aufstieg durch die Becken überwinden müssen, sollten reduziert werden, damit schwimmschwache Fischarten die Anlage besser passieren können.

Die Erfahrungen, die LEW Wasserkraft durch den übertragenen Betrieb des Inninger Auebaches und den Bau zahlreicher Fischwanderhilfen an Iller, Günz und Wertach gesammelt hat, werden jetzt in die Modifizierung der Anlage bei Inningen fließen. Konkret baut LEW Wasserkraft den Einstieg in die Fischwanderhilfe unterhalb des Kraftwerks um.

Zum einen ist eine sogenannte „Buhne“ geplant. Dabei handelt es sich um eine Art Landzunge aus größeren Steinen und Kies, die ein paar Meter in den Fluss hineinragt. Durch die Buhne erhöht sich in diesem Bereich die Fließgeschwindigkeit und die Fische nehmen eine stärkere Leitströmung wahr. Diese Leitströmung führt sie dann direkt zum Einstieg in die Fischwanderhilfe. Zum anderen wird LEW Wasserkraft zusätzliche Becken in die Fischwanderhilfe einbauen. Insgesamt sind mehr als zehn neue Becken mit je etwa fünf Metern Länge und drei Metern Breite geplant. Durch die zusätzlichen Becken wird die Strecke am Einstieg verlängert und etwas kurviger. So reduziert sich auch der Höhenunterschied zwischen den einzelnen Becken und die Fische können leichter aufsteigen.

Optimierung der Auwaldbewässerung

Ein zweiter Teil der Maßnahme hängt mit der Auwaldbewässerung zusammen, die bereits
Bestandteil von Wertach Vital war und von LEW Wasserkraft seit 2016 noch ausgebaut wurde. Dabei wird der Auwald mehrmals im Jahr kontrolliert geflutet, um den Grundwasserspiegel zu dynamisieren und den Auwald zu revitalisieren. Der vorhandene Auebach dient somit als Fischwanderhilfe und der dynamischen Auwaldbewässerung. Einleitungen finden abhängig von der Wasserführung der Wertach statt. Dabei wird zunächst zusätzliches Wasser aus der Wertach in das Umgehungsgewässer geleitet. Hierfür gibt es ein Steuerungsbauwerk am Ende der Fischwanderhilfe.

Etwa auf halber Strecke des Umgehungsgewässers wird dann wiederum Wasser in den Auwald geleitet. Diese Ausleitung steuern Mitarbeiter von LEW Wasserkraft aktuell händisch. Im Zuge der Baumaßnahme soll hier eine Art Nadelöhr aus größeren Steinen entstehen. Diese Engstelle löst bei entsprechender Wassermenge einen Rückstau aus, wodurch das überschüssige Wasser direkt in den Auwald abfließen kann, ohne dass ein manueller Eingriff nötig ist. Für diesen Überlauf wird außerdem eine neue Schwelle über den bestehenden Forstweg angelegt.Beide Vorhaben sind mit der unteren Wasserrechtsbehörde der Stadt Augsburg abgestimmt. Auch die untere Naturschutzbehörde der Stadt Augsburg ist über die Maßnahmen informiert.

Die Bauarbeiten werden aus Gründen des Naturschutzes ab 1. Oktober durchgeführt. LEW
Wasserkraft arbeitet dabei mit einem beauftragten Partnerunternehmen zusammen. Für die
Arbeiten müssen keine Flächen ausgeholzt werden. Nur einzelne Sträucher und Bäume werden etwas zurückgeschnitten. Einschränkungen für Passanten an der Wertach gibt es durch die Bauarbeiten nicht.

Über die Kraftwerke an der Wertach und LEW Wasserkraft LEW Wasserkraft betreibt an der Wertach fünf Wasserkraftwerke. Die Kraftwerksanlagen in Schwabmünchen, Mittelstetten, Großaitingen, Bobingen und Inningen erzeugen jährlich rund 60 Millionen Kilowattstunden Strom aus erneuerbarer Energie. Mit dieser Menge können mehr als 20.000 Haushalte das ganze Jahr über mit elektrischer Energie versorgt werden. Die Kraftwerke werden von LEW Wasserkraft betrieben und von deren Zentralwarte in Gersthofen bei Augsburg aus ferngesteuert.

Die LEW Wasserkraft GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Augsburger Lechwerke AG. LEW Wasserkraft unterhält und betreibt 36 Wasserkraftwerke an Donau, Günz, Iller, Lech und Wertach und gehört damit zu den führenden Wasserkraftwerksbetreibern in Bayern. Das Unternehmen erzeugt jährlich rund eine Milliarde Kilowattstunden Strom aus regenerativer Wasserkraft. Weitere Informationen unter https://wasserkraft.lew.de/.