Para Radsport-WM | Angelika Dreock-Käser jubelt über WM-Gold im Zeitfahren

Kompletter Medaillensatz zum Auftakt: Bei der Para Radsport-WM im kanadischen Baie-Comeau (11. bis 14. August) sind gleich in den ersten Wettbewerben drei Deutsche auf das Podest gefahren. Dreiradfahrerin Angelika Dreock-Käser sicherte sich im Zeitfahren den WM-Titel, zudem gewannen Maximilian Jäger Silber und Jana Majunke Bronze.

Bei den Frauen sorgte Angelika Dreock-Käser für das herausragende Highlight am ersten WM-Tag: Die Dreiradfahrerin siegte in der Startklasse T2 nach 18,9 Kilometern und 39:26,92 Minuten souverän mit rund einer Minute Vorsprung vor der Zweitplatzierten. Damit hat sie ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt und ihre Gala-Form beim Doppelsieg zum Weltcup-Finale vor knapp einer Woche bestätigt. „Das Rennen ist perfekt für mich gelaufen. Ich hatte die Konkurrentinnen immer im Blick und wusste, dass ich sehr gut im Rennen liege“, sagte die 55-Jährige. „Die Strecke ist kurvig und schnell, das kommt mir gelegen. Ich bin überglücklich und freue mich schon auf das Straßenrennen.“ Teamkollegin Jana Majunke vom BPRSV Cottbus fuhr als WM-Dritte ins Ziel und freut sich über die Bronzemedaille.

Am Donnerstagmorgen kanadischer Zeit hatten Maximilian Jäger und Benno Schmidt die WM für das deutsche Team eröffnet. In der T2-Klasse gingen sie mit ihren Dreirädern auf die beiden gezeiteten Runden. Jäger absolvierte die Strecke in 34:22,03 Minuten und sicherte sich damit den Titel als Vize-Weltmeister. Im Ziel hatte er rund 46 Sekunden Rückstand auf den Sieger Tim Celen (Belgien). Teamkollege Benno Schmidt komplettierte das gute Ergebnis und fuhr auf Platz fünf. „Ich bin mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. In die beiden Runden habe ich alles reingelegt, was möglich war. Tim Celen war heute nicht zu schlagen“, sagte Jäger. WM-Silber zeigt vor allem, welche Entwicklung der erst 22-Jährige vom BPRSV Cottbus in kürzester Zeit gemacht hat. Bei der WM 2021 in Portugal hatte er im Zeitfahren und im Straßenrennen noch zwei sechste Plätze belegt. Vor wenigen Monaten dann wurde er Europameister im Zeitfahren und Vize-Europameister im Straßenrennen. Für die Dreiradfahrer*innen geht es am Samstag mit den Straßenrennen weiter.

Als erster Handbiker aus dem deutschen Team startete Manuel Scheichl. In der H2-Klasse belegte der 40-Jährige aus Rottenmünster einen respektablen sechsten Rang. Am späten Donnerstagabend deutscher Zeit steigen auch Annika Zeyen (H3) und Vico Merklein (H3) in die WM ein. Zeyen tritt als Paralympics-Siegerin und Vize-Weltmeisterin 2021 im Zeitfahren an und hat aufgrund einer bislang sehr erfolgreichen Saison – inklusive Gesamtweltcupsieg – durchaus die Favoritenrolle inne. Vico Merklein wartet in diesem Jahr noch auf seinen ersten Podiumsplatz in einem Einzelwettbewerb. Die WM wäre wohl der perfekte Zeitpunkt, dieses Ziel zu erreichen.

Mit einer Eröffnungszeremonie hatte die WM 2022 in Baie-Comeau am Donnerstagmorgen begonnen. Die Weltelite des Para Radsports hat sich im kanadischen Küstenort Baie-Comeau versammelt. Rund 400 Teilnehmende aus aller Welt kämpfen bis zum 14. August um Titel und die begehrten Regenbogentrikots. Das deutsche Team ist mit 14 Athletinnen und Athleten, darunter drei Handbiker*innen, vier Dreiradfahrer*innen und sieben Zweiradfahrer*innen vertreten. Per Livestream können Interessierte die WM-Rennen mitverfolgen.

Jessica Balleer