Am Sonntag hat sich die Bundesregierung auf ein umfassendes Entlastungspaket verständigt. Was Entlastungen im Bereich der Mobilität betrifft, greift dies aus Sicht des ADAC Südbayern jedoch deutlich zu kurz.

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Symbolbild

Zwar begrüßt der Club, dass nach langem Ringen eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets für den Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel in Sicht ist. Die vielen Berufspendler, die auf das Auto angewiesen sind, gehen aber leer aus. „Viele Menschen in Bayern sind für den täglichen Weg zur Arbeit auf das Auto angewiesen“, kritisiert Verkehrsexperte Alexander Kreipl vom ADAC Südbayern. „Wir brauchen daher dringend eine Anhebung der Pendlerpauschale auf 38 Cent ab dem 1. Kilometer.“

„Es darf nicht sein, dass Berufspendler durch Spritpreise belastet werden, die die Mobilität nicht mehr bezahlbar machen. Das würde auch den gesamten ländlichen Raum schwächen, da Wegstrecken zur Arbeitsstädte nicht mehr wirtschaftlich wären“, so Kreipl weiter. In vielen Teilen Bayerns ist der öffentliche Nahverkehr mangels Angebots nur bedingt eine Alternative zum Auto. „Auf dem Land kann ein Arbeitsweg von 20 Minuten mit dem Auto schnell zu zwei Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln werden“, kommentiert Kreipl die Situation. Nach Angaben der Allianz pro Schiene hat Bayern unter den Flächenländern die zweit schlechteste Erreichbarkeit von Bussen und Bahnen, knapp vor Mecklenburg-Vorpommern. Zwar ist der öffentliche Nahverkehr in den Städten Bayerns gut aufgestellt.

Anders sieht es jedoch in den ländlichen Bereichen aus, in denen weite Teile der bayerischen Bevölkerung keine alltagstauglichen Möglichkeiten haben, auf den öffentlichen Nahverkehr zuzugreifen. Der ADAC Südbayern stimmt damit in die Kritik des bayerischen Verkehrsministers Christian Bernreiter ein. Dieser hatte in seinem Resümee zum Entlastungspaket bereits geäußert, dass die Ampel-Koalition den ländlichen Raum vergessen hat. (pm)