Pfarrer Dr. Ralph Gührer zum Dekan im Dekanat Lindau ernannt

Bischof Dr. Bertram Meier hat heute Pfarrer Dr. Ralph Gührer, Leiter der Pfarreiengemeinschaft Wasserburg, zum neuen Dekan des Dekanats Lindau ernannt und ihn in der Wasserburger Pfarrkirche St. Georg in sein Amt eingeführt. Am Nachmittag feierte er dort zugleich einen Gedächtnisgottesdienst für Pfarrer Dr. Johannes Netzer, der Anfang April einer COVID- 19 Erkrankung erlegen ist.

Amtseinfuehrung-Dekan-Ralph-Guehrer_Dekanat-Lindau-Foto-Maria-Steber_pba Pfarrer Dr. Ralph Gührer zum Dekan im Dekanat Lindau ernannt Kunst & Kultur Landkreis Lindau News | Presse Augsburg
Foto Maria Steber_pba

Die Amtseinführung fand im Rahmen einer feierlichen Terz zum Fest des heiligen Gallus statt. Coronabedingt konnte sie nur mit geladenen Gästen gefeiert werden: Priester und Mitarbeiter aus dem diakonalen wie seelsorglichen Dienst des Dekanats, Vertreter der Ökumene und der politischen Gemeinde. Nach Verlesen der Ernennungsurkunde und Abnahme des Treueeids beglückwünschte Bischof Bertram den neuen Dekan herzlich und wünschte ihm Gottes Segen für seinen Dienst. Zugleich nannte der Bischof drei Tugenden, die für einen Dekan von besonderer Bedeutung sind: „Ein Dekan ist missionarisch, brüderlich- geschwisterlich und  loyal“, betonte er und lud Pfarrer Gührer dazu ein, das Schiff loszubinden und neue Segel zu setzen.

Für einen missionarischen Pfarrer bringe der neue Dekan viel mit. Ralph Gührer sei „bodenständig und gleichzeitig hinausgreifend aus unserer Binnentheologie“, so Bischof Bertram zum neuen Dekan, der nicht nur Priester ist, sondern gleichzeitig auch als  Künstler tätig und ein Promotionsstudium aus dem Bereich Kunst vorweisen kann. „Kunst baut Brücken“, betonte er dahingehend und rief Pfarrer Gührer dazu auf, Brücken zu Menschen zu bauen, die einer anderen Kirche angehörten oder dieser den Rücken gekehrt hätten. „In Dir sollen sie nicht nur einen Funktionsträger finden, sondern jemanden der Mut hat Neues zu wagen.“

Brücken zu bauen sei auch hinsichtlich einer geschwisterlichen Kirche nötig, sagte Bischof Meier und  betonte die Notwendigkeit einer „affektiven“ und weniger „effektiven Kollegialität“: „Zeige Konturen, aber tu es sensibel, feinfühlig und mit viel Empathie.“ Als Dekan die „Stimme des Bischofs“ zu vertreten, bedeute nicht einfach „Lautsprecher zu sein“, rief Bischof Bertram dem neuen Dekan ermutigend zu: „Loyalität heißt nicht blinder Gehorsam, sondern konstruktiver Dialog.“    

Dekan-Ralph-Guehrer_Dekanat-Lindau_Foto-Maria-Steber_pba Pfarrer Dr. Ralph Gührer zum Dekan im Dekanat Lindau ernannt Kunst & Kultur Landkreis Lindau News | Presse Augsburg
Foto Maria Steber_pba

Ralph Gührer (45) ist in Lindenberg geboren und wurde am 2. Mai 2004 zum Priester geweiht. Nach seiner Kaplanszeit in Marktoberdorf half er während seines Promotionsstudiums der Pastoraltheologie (Schwerpunkt: Kunst) im Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg sowie in der Pfarreiengemeinschaft Thalfingen mit. Seit 2015 ist Ralph Gührer Leiter der Pfarreiengemeinschaft Wasserburg.   

Ehemaliger Pfarrer von Benningen und Oberstaufen an Covid-Erkrankung verstorben

Auch am Nachmittag war Bischof Bertram in der Pfarrkirche in Wasserburg zu Gast: Bei einem feierlichen Gedächtnisgottesdienst verabschiedete er sich zusammen mit zahlreichen Gläubigen von Ruhestandspfarrer Dr. Johannes Netzer, ehemaliger Pfarrer von Benningen und Oberstaufen. Er war Anfang April einer COVID- 19 Erkrankung erlegen. Seinen Ruhestand verbrachte Pfarrer Netzer am Bodensee und half in der Seelsorge in der Pfarreiengemeinschaft Wasserburg mit. „Pfarrer Netzer war ein bodenständiger und gottverwurzelter Mensch. In Rom ausgebildet, hat er immer einen ‚kirchlichen Sinn‘ gelebt und als Seelsorger aus dem Herzen der Kirche gewirkt“, betonte Bischof Bertram in seiner Predigt.  In seinen römischen Jahren habe Pfarrer Netzer die weltkirchliche Luft so eingeatmet, dass er zwar nicht viel darüber gesprochen habe, „aber man ihm doch anmerkte, dass er weit über seine Heimat, das Allgäu, hinaus lebte und glaubte.“ Er sei geprägt gewesen vom Zweiten Vatikanischen Konzil, das er als Student am Germanicum hautnah miterlebte. Es sei im stets „Rückenwind für sein priesterliches Handeln“ gewesen, sagte Bischof Meier und erinnerte: „Gerade in den letzten Jahren litt er daran, dass er den Schwung des Konzils vermisste und im Weg der Kirche wenig Fortschritt, sondern eher Stillstand sah.“ Johannes Netzer sei ein Priester gewesen, der seinem Namen alle Ehre gemacht hätte: „Johannes als Gottesbote und Rufer in der Wüste“, ein „treuer und temperamentvoller Knecht“, so Bischof Bertram.