Pfingstpredigt | „Die Verkündigung der Frohen Botschaft ist nichts für Langweiler“

In seiner Pfingstpredigt hat Bischof Dr. Konrad Zdarsa heute im Augsburger Dom über die Sprachfähigkeit der Priester und auch der Glaubenden nachgedacht, um von ihrem Glauben Auskunft geben zu können. Quasi mit einem Schlag hätten an Pfingsten angsterfüllte und verschreckte Menschen verschlossene Türen geöffnet, sie seien aus sich herausgegangen und hätten freimütig von Gott gesprochen und seine großen Taten verkündet.

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Bischof Konrad firmt am Pfingstsonntag elf junge Männer und Frauen. | Foto: Romana Kröling/pba

„Ist nicht von Anfang der Kirche an das Evangelium so verkündet worden, dass Menschen, die noch nie etwas davon gehört haben, in sich gegangen, zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind und sich haben taufen lassen?“, fragte der Bischof. Sei eine zeitgemäße Sprachfähigkeit der Glaubenden nicht zu allen Zeiten notwendig gewesen? Bischof Konrad: „Noch nie haben den schon Getauften so viele Möglichkeiten zur Verfügung gestanden, über ihren Glauben nachzudenken, ihn zu vertiefen und in Freiheit zu leben und zu bekennen wie in unserer Zeit und Gesellschaft!“

Mit Hinweis auf die von Jesus selbst erteilte und im heutigen Pfingstevangelium zu hörende Vollmacht zur Verweigerung der Vergebung fragte Bischof Konrad aber auch, ob wir in unserer Verkündigung oftmals vielleicht ein „ziemlich harmloses, einseitiges und darum falsches Bild von Jesus“ zeichneten. Jesus habe nicht nur bei der Tempelreinigung durchgegriffen, er habe auch andere Vergehen der Menschen verurteilt und die Sünde ausdrücklich beim Namen genannt. „Ob es nicht vielleicht auch an einem von uns weichgespülten Religionsbegriff und verfälschten Jesusbild liegen könnte, wenn mancher Zeitgenosse mit dem katholischen Glauben nur wenig anzufangen weiß?“, richtete sich der Bischof an die Gläubigen. Jesus spreche und handle so, weil er die Wahrheit sei und in die Welt gekommen sei, um für diese Wahrheit Zeugnis abzulegen.

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Bischof Konrad spricht in seiner Pfingstpredigt über die Verkündigung der Frohen Botschaft. | Foto: Romana Kröling/pba

Die Verkündigung der Frohen Botschaft unseres Herrn Jesus Christus sei „nichts für Langweiler und Pazifisten, für Menschen ohne Eifer und ohne Ziel, ohne Sehnsucht und ohne jegliche Leidenschaft“. Wer seine Ruhe haben wolle, brauche nicht um den Geist der Wahrheit zu beten, so Bischof Konrad. Das bedeute aber noch lange nicht, dass sich die Begabung mit dem Heiligen Geist in überschwänglicher Begeisterung oder spektakulärem Aktionismus äußern müsse. Zum Glaubenszeugnis müsse sie aber jeden von uns sprachfähig werden lassen.

Mit dieser Sprachfähigkeit und der Gabe des Heiligen Geistes ausgestattet wurden heute elf Firmbewerberinnen und Firmbewerber, denen Bischof Konrad nach der Predigt das Sakrament der Firmung spendete. Musikalisch gestaltet wurde das Pfingsthochamt von den Augsburger Domsingknaben. Sie sangen während des Gottesdienstes die „Missa Papae Marcelli“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina.