Pillen gegen Wechseljahresbeschwerden in der Kritik

Pillen gegen Wechseljahresbeschwerden auf pflanzlicher Basis stehen in der Kritik. Das berichtet das RBB-Verbrauchermagazin „Supermarkt“. Dieses hatte 17 Präparate mit sogenannten Isoflavonen aus Soja und Rotklee unter die Lupe genommen.

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Der Markt mit pflanzlichen Produkten gegen Wechseljahresbeschwerden aus Drogerien, Apotheken und dem Internet boome, doch die Wirkung der Mittel gegen Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen und Schlafstörungen sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen, hieß es. Auch Gesundheitsschäden könnten nicht ausgeschlossen werden. Für Isoflavone gebe es „keine nachgewiesene positive Wirkung und darum gibt es auch nicht die legale Möglichkeit, damit Werbung zu machen“, sagte Alfonso Lampen, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

Hersteller dürften deshalb auch nicht auf die Verpackungen schreiben: „Isoflavone helfen direkt bei Wechseljahresbeschwerden.“ Außerdem gibt es gesundheitliche Bedenken. Die Gynäkologin Sybille Görlitz-Novakovic riet Frauen, sich vor der Einnahme solcher Präparate ärztlich untersuchen zu lassen. Denn die wissenschaftliche Datenlage zu Isoflavonen sei uneinheitlich.

„Die docken an den Östrogenrezeptor an, und es ist nicht klar, wie und ob das Brustkrebsrisiko erhöht ist“, so Görlitz-Novakovic. Verbraucherschützer kritisieren, dass sich nicht alle Anbieter an die Vorschriften halten und mit unseriösen Versprechen um Kundschaft für die teuren Nahrungsergänzungsmittel werben. Wenn es überhaupt eine Wirkung gebe, handele es sich um Placebo-Effekte, sagte Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin. Sie rät: „Finger weg von diesen Produkten“.