Kryptowährungen haben vor allem den Ruf, besonders volatil zu sein. Das bedeutet, der Kurs der jeweiligen Währung unterliegt starken Schwankungen. Obwohl Kryptos genau deshalb mit einem erhöhten Risiko für Wertverluste verbunden sind, scheint diese Option ein europäischer Trend zu werden. Zumindest legt das eine Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) nahe, die im Mai veröffentlicht wurde.

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EZB-Studie: Jeder Zehnte im Euroraum besitzt Kryptowährungen

Die im Mai veröffentlichte Studie der EZB diente der Einschätzung des Marktes für digitale Währungen. Überraschend war das Ergebnis, das zeigt, dass im Schnitt jeder Zehnte über dieses Zahlungsmittel verfügt.
Rund neun Prozent der Deutschen halten Kryptos. Damit ist die deutsche Bevölkerung jedoch noch recht zurückhaltend. Die Studie zeigt, dass nur in Frankreich weniger Personen Rücklagen in Form von Bitcoin, Ethereum und Co haben – nämlich sechs Prozent. In den Niederlanden ist das Interesse mit 14 Prozent höher. Die Nachfrage ist im gesamten Euroraum deutlich ausgeprägter, als sie es noch vor einigen Jahren war. Die Studie befragte neben Deutschland, Frankreich und den Niederlanden auch Bürger Spaniens, Belgiens und Italiens. Das Ergebnis

  • 37 Prozent verfügen über Werte bis 999 Euro
  • 29 Prozent verfügen über Werte zwischen 1.000 und 4.999 Euro
  • 13 Prozent verfügen über Werte zwischen 5.000 und 9.999 Euro 
  • Sechs Prozent verfügen über Werte über 30.000 Euro

Je höher das Einkommen, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass digitale Währungen genutzt werden. Es zeigte sich, dass vor allem bei den oberen 20 Prozent Krypto-Handel angesagt war. Im Vergleich zur Mittelschicht konnte jedoch bei denen, die weniger verdienen, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine Krypto-Anlage gefunden werden.

Einsteiger setzen gerne auf Krypto Broker 

Was die EZB mit diesem Studien-Ergebnis deutlich zeigt, ist, dass der Handel mit den digitalen Währungen allmählich zu einer neuen Normalität wird. Gleichzeitig sehen sich Anleger immer noch mit einigen Herausforderungen konfrontiert, die vor allem mit Insiderwissen besser umgangen werden könnten. Hier haben sich sogenannte Krypto Broker etabliert.

Um den passenden Tradingpartner zu finden, greifen die meisten Einsteiger zunächst zu einem Krypto Broker Vergleich im Internet. Auch unabhängige Bewertungsportale und Finanzforen helfen Neulingen am Kryptomarkt dabei, sich unter den Anbietern zu orientieren und einen seriösen Tradingpartner zu ermitteln. 

Blick nach Deutschland: So reagieren die Bundesländer auf Kryptowährungen 

Während in Europa ein Trend in Richtung Krypto-Handel erkennbar ist, verändert sich auch das Interesse in Deutschland. Die Plattform BTC Echo wertete die Google Such-Anfragen aller 16 Bundesländer aus. Die Häufigkeit von Suchbegriffen mit Bezug zu Kryptowährungen wurde unter den Ländern in Relation gesetzt. Dabei war unter anderem Bayern eines der Bundesländer mit den meisten Such-Anfragen mit Bezug zum Bitcoin. Die Ergebnisse im Detail:

  • Hamburg 100
  • Bayern 99
  • Baden-Württemberg 99
  • Berlin 97
  • Bremen 89
  • Hessen 87
  • Nordrhein-Westfalen 80
  • Niedersachsen 79
  • Schleswig-Holstein 77
  • Rheinland-Pfalz 75
  • Sachsen 70
  • Brandenburg 70
  • Saarland 69
  • Mecklenburg-Vorpommern 64
  • Thüringen 60
  • Sachsen-Anhalt 58
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Bei dieser Untersuchung dient das Bundesland mit der höchsten Anzahl der Suchanfragen, mit Begriffen zum Bitcoin, als Referenzwert. Demnach hat Bayern 99 Prozent der Menge, die Hamburg mit Wert 100 zum Bundesland mit den meisten Such-Anfragen macht.

Dasselbe Prinzip wurde von dem Portal bei einer Untersuchung zum Interesse an der Kryptowährung Ethereum angewandt. Auch hier liegt Bayern ganz vorne mit dabei. BTC Echo ordnet dem Freistaat den relativen Wert von 92 zu. Damit hat Bayern 92 Prozent der Menge der Such-Anfragen, die Berlin als Spitzenreiter hat. Das macht das Bundesland zum Zweitplatzierten nach unserer Hauptstadt.

Sparkassen und Volksbanken ziehen nur langsam nach

Das Interesse und die Akzeptanz von Kryptowährungen könnten künftig wachsen, da sich Sparkassen und Volksbanken langsam in den Kryptomarkt einklinken. Finanzexperten haben den Finanzinstituten lange Zeit vorgeworfen, den lukrativen Markt zu verschlafen. Nun öffnen sich die Banken langsam für den Kryptohandel. Dies könnte den Markt auch für Verbraucher noch einmal maßgeblich verändern und die Partizipation breiterer Bevölkerungsschichten begünstigen. 

Volksbank

Auch hier ist Bayern wieder unter den Vorreitern. Was in der Auswertung der einzelnen Bundesländer wie verstärktes Interesse aussah, zeigt sich auch im Handeln des Geldinstitutes. Die Volksbank Bayern Mitte stellte nämlich jüngst Berater ein, die den Krypto-Handel betreuen sollen. Die Volksbank Kurpfalz ist sogar noch weiter. Hier kann bereits gehandelt werden, jedoch ist dieses Angebot nur vorübergehend.

Sparkasse

Die Sparkassen ließen mit der Ankündigung einer Krypto-Wallet erste Zuversicht aufkommen. Wo diese aufkam, wurde sie dann auch recht schnell wieder erstickt. Der Präsident der Sparkassen – Helmut Schleweis – entmutigte wenig später mit einem Kommentar in dem er den Krypto-Handel mit einem Schneeballsystem gleichsetzte. Er betonte zugleich, dass ihm nicht daran gelegen sei, seinen Kunden etwas derartig Instabiles anzubieten.

Commerzbank

Ein Novum wagt die Commerzbank. Das Institut beantragte die Lizenz für die Verwahrung der digitalen Währungen. Ein Lichtblick für alle Anleger. Doch Realität wird dieser lange gehegte Wunsch erst einmal nur für institutionelle Kundschaft. Der private Anleger wird noch ein wenig Zeit verstreichen lassen müssen. Dennoch: Ein erster Schritt.