Nach dem punktlosen letzten Wochenende haben die Buchloe Piraten am Sonntag beim Gastspiel in Ulm drei ganz wichtige Zähler eingefahren. Beim bisher heimstärksten Team der Bayernliga siegten die Freibeuter dank einer disziplinierten und kompakten Mannschaftsleistung am Ende verdient mit 5:2 (2:0, 2:0, 1:2). Nachdem man am Freitag noch spielfrei zuschauen musste, konnte man durch den Auswärtserfolg so den Abstand auf Rang acht wieder auf fünf Punkte verkürzen.

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Markus Vaitl

Beide Teams mussten an diesem Abend auf ihre Topscorer verzichten. Während Buchloes Michal Petrak ja bekanntermaßen nach der Verletzung aus dem Geretsried-Spiel ausfiel, musste auch Ulms bester Angreifer Martin Podesva nach einer Verletzung vom Freitag pausieren. Doch die Partie begann dennoch ohne großes Abtasten, wobei den Piraten der bessere Start glückte. Schon nach gut einer Minute hatte man zwei gute Torabschlüsse, die aber noch nicht den Weg ins Ziel fanden. Nach gut fünf Minuten gelang dem ESV allerdings doch die Führung: Von Maximilian Herrmann bedient ließ Alexander Krafczyk mit einer Finte einen Ulmer Abwehrmann stehen und netzte zum 1:0 ein (6.). Und nur etwa eine Zeigerumdrehung später erhöhte Robert Wittmann auf 2:0, als er einfach mal abzog und Devils-Schlussmann Maximilian Güßbacher mit einem Beinschuss überraschte (7.). Anschließend verteidigten die Buchloer gegen den Tabellendritten clever und bewiesen in einer fairen Partie auch in den Zweikämpfen die nötige Präsenz. Somit ging es mit diesem Zwischenstand erstmalig in die Kabinen, auch weil Johannes Wiedemann im ESV-Kasten immer Herr der Lage blieb.

Im Mittelabschnitt sollte sich anschließend nicht allzu viel auf dem Eis ändern. Beide Defensivreihen machten ihre Aufgabe weiter konsequent und taktisch gut, sodass kaum einmal gefährliche Torraumszenen entstanden. Ein bisschen glücklich fiel somit dann das 3:0, als die Ulmer vor dem Tor bei einer unübersichtlichen Situation die Scheibe selber noch einmal heiß machten und erneut Robert Wittmann im Slot den Puck zum 3:0 über die Linie drückte (35.). Und es kam noch besser: Andreas Schorer erhöhte nämlich nur knapp drei Minuten später mit einem satten Distanzschuss auf 4:0 (38.). Daraufhin wechselten die Hausherren den Torwart, wobei der neu gekommene David Heckenberger um ein Haar sogar noch den fünften Treffer schlucken musste. Einen Zwei auf Eins Konter setzte Alexander Krafczyk – auf Zuspiel von Markus Vaitl – aber ein paar Zentimeter neben den Pfosten (39.).

Trotzdem durften die Buchloer nach zwei guten Dritteln, in denen man einfaches, effektives und somit erfolgreiches Hockey gespielt hatte, mit einem klaren Vorsprung in den finalen Durchgang starten. Dort sollte den in dieser Saison bisher so erfolgreichen Devils aber nochmals eine kleine Aufholjagd gelingen. Erst traf Simon Klingler nach einem Bullygewinn mit einem platzierten Schuss in den Winkel zum 4:1 (48.), ehe Julian Tischendorf nach einer fragwürdigen Strafzeit gegen die Piraten im Powerplay auf 4:2 verkürzte (51.). Mit diesem Doppelschlag bekamen die Gastgeber natürlich nochmals Aufwind und die zweite Luft. Doch die Pirates – denen in dieser Phase etwas die zuvor so hervorragende Ordnung abhanden ging – hielten zumindest leidenschaftlich dagegen. Und so überstand man auch dank eines sehr souveränen Rückhalts im Tor eine weitere Unterzahl schadlos, in der die Ulmer bereits den Torwart für einen weiteren Feldspieler vom Eis genommen hatten. Ins demnach verwaiste Gehäuse gelang Markus Vaitl zwei Minuten vor Schluss somit die Entscheidung, als er per Empty-Net-Tor zum 5:2 Endstand einnetzte und den wichtigen Auswärtserfolg endgültig unter Dach und Fach brachte (58.).