„Platz ist in der kleinsten Stube“ – oder wenn ein Hotelturm-Apartment zur Marihuanazuchtstation wird

Platz ist in der kleinsten Stube oder wie in diesem Fall auf dem kleinsten Balkon. Dies dachte sich wohl zumindest eine 33- jährige „Hobbygärtnerin“, die auf dem Balkon ihres Apartments im Hotelturm eine kleine Marihuanazucht aufbaute.

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Der Augsburger Hotelturm beherbergte offensichtlich nicht nur ein Hotel und Wohnungen, sondern auch eine Marhiuana-Zucht. | Foto: Sebastian Pfister

Die Frau hatte zwei große Marihuanapflanzen mit einer Wuchshöhe von ca. 1,20 m und eine kleinere mit einer Wuchshöhe von 40 cm sowie eine Reihe von Sprösslingen angebaut. Darüber hinaus bewahrte sie in ihrer Wohnung weitere gut 70 Gramm selbst geerntetes Marihuana auf.

Insgesamt kommt die Gärtnerin somit auf 156 Gramm Marihuana, welches nicht etwa im Garten oder im Freien, sondern in diesem Apartment über den Dächern Augsburgs angebaut wurde.

Das Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von 14 % THC (rein gärtnerisch betrachtet ein gutes Ergebnis, strafrechtlich allerdings verhängnisvoll) hat somit insgesamt so viel Wirkstoff, dass der Grenzwert zur „nicht geringen Menge“ und damit zum Verbrechenstatbestand drei Mal überschritten wird.

Die geständige Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten verurteilt.