Pöttmes | Feuerinferno auf Bauernhof – Lagerhalle mit 2.000 Strohballen brennt

Großalarm für die Feuerwehren am Mittwochabend (26.08.2020) im Umkreis von Pöttmes im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg. Feuerinferno auf einem Bauernhof mit angrenzender Biogasanlage.

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Foto: Schmelzer

Die Flammen schlagen in den nächtlichen Himmel und weisen den Einsatzkräften bereits auf der Anfahrt den Weg. Glücklicherweise bestätigt sich die Erstmeldung, Explosion einer Biogasanlage, nicht. Jedoch steht eine Lagerhalle, unter anderem für Stroh, in Vollbrand. Den Einsatzkräften gelingt es die nahegelegene Biogasanlage und die anderen Gebäude schnell zu schützen. Doch die Lagerhalle mit einer Grundfläche von etwa 20 x 80 Meter steht komplett in Flammen. Der Brand lässt die Wände aus Metall teilweise schmelzen und offenbart einen Blick in das Innere, wo die Flammen toben. An einen Innenangriff der Feuerwehrleute ist nicht mehr zu denken, um die etwa 2.000 gelagerten Strohballen zu löschen. Alle Löschmaßnahmen müssen von Außen erfolgen und ziehen sich deshalb in die Länge.

Rund 200 Kameraden von 15 bis 20 Feuerwehren aus dem weiteren Umkreis kämpfen gegen das Flammeninferno an. Doch das in der Halle gelagerte Stroh ist das Problematische an der Sache. „Gerade bei dem Stroh ist es schwierig. Man müsste eigentlich das Stroh aus der Halle raus bringen irgendwie. Die nächsten Schritte werden sein, dass man eventuell irgendwie die Halle öffnet, dass man näher hinkommt, aber eigentlich kann man so ein Strohfeuer nur ausbringen, wenn man das Stroh raus bringt“, erklärt Christian Happach, der zuständige Kreisbrandrat vom Landkreis Aichach-Friedberg. Hierzu lässt er schweres Gerät anfahren, ein Bagger reißt wenig später einen Teil der Außenwand ein. Im Inneren toben die Flammen weiterhin im gelagerten Stroh. Sofort sind Kräfte der Feuerwehr mit Löscharbeiten beschäftigt, um die emporschlagenden Flammen abzulöschen. Währenddessen wabert aus dem Dachstuhl der Halle immer dichter und dunkler der Rauch – kurze Zeit später zündet das Feuer durch und die Flammen schlagen unter dem Dach hervor.

Ein Ende der Löscharbeiten ist bei den Kameraden nicht abzusehen, sie sind wohl bis in den Donnerstagvormittag hinein beschäftigt. Damit auch jederzeit genügend Wasser zur Verfügung steht, setzt Christian Happach rund zwei Drittel der Kräfte für die Wasserversorgung ein. „Einfach Schlauch aufrollen zum nächsten Hydranten oder offenen Gewässer und dann das Wasser herbringen“, so der erfahrene Feuerwehrler. Doch erst mit den nackten Zahlen für Laien verständlich. „Wir haben vier Wasserleitungen aufgebaut. Einmal Richtung Pöttmes mit 2 x 800 Meter und zweimal zur Ach mit 400 Metern Länge“, erklärt Happach weiter.

Hinweise auf die Brandursache liegen derzeit noch nicht vor. Hierzu nimmt die Kriminalpolizei nach Abschluss der Löscharbeiten ihre Ermittlungen auf. Glücklicherweise wurden bei dem Feuer keine Personen verletzt und auch bei den Löscharbeiten gab es bislang keine Verletzten zu beklagen.

Nachlöscharbeiten dauern an

 
Um an die Flammen zu kommen wird die mit Strohballen gefüllte Halle mit Baggern eingerissen. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten werden den ganzen Tag über andauern.