Politikwissenschaftler erwartet Kanzlerkandidatur von Baerbock

Der renommierte Politologe Jürgen Falter, Senior Research Professor an der Universität Mainz, geht davon aus, dass der Bundesvorstand der Öko-Partei am 19. April Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin vorschlagen wird. „Wenn die Grünen nach ihrem Instinkt entscheiden, nach ihren Genen, dann muss es Frau Baerbock werden“, sagte er der „Bild“ (Donnerstagausgabe). Falter sagte auch: „Bei den Grünen haben auf allen Listen immer Frauen den Vorrang.“

Dts Image 13244 Rtdsmreshj 3121 800 600Annalena Baerbock, über dts Nachrichtenagentur

Zugleich räumte Falter ein: „Wenn aber nach Umfragen entschieden würde, dann hätte auch Habeck gute Chancen.“ Der Politikwissenschaftler hält Baerbock auch für geeigneter als ihren Co-Vorsitzenden Robert Habeck: „Sie erscheint fleißiger, hat sich reingekniet, steckt nach anfänglichen Schwächen tief in den Themen, sie kommt mir professioneller vor.“ Habeck sei „gefälliger, verbal versierter mit der nötigen Unverbindlichkeit“. Aber: Er komme „oft doch eher rüber wie ein Kaffeehaus-Literat“. Baerbock habe, anders als Habeck, „vermutlich eher die psychische Härte“, die für das Kanzleramt nötig sei: „Da muss man innerlich aus Diamant gebaut sein.“ Beide seien „eher bürgerlich“ und stünden für eine „bürgerliche Ampel-Koalition“. Sollte es aber einen Grünen-Kanzler nicht in so einer Konstellation geben, dann stünden beide „ohne Zweifel auch für Grün-Rot-Rot bereit“.