Der China-Experte und Politikwissenschaftler an der Universität Trier, Sebastian Heilmann, hält die Feierlichkeiten Chinas zum 70. Jahrestag der Volksrepublik für eine reine Machtdemonstration. „Das ist kein Volksfest“, sagte Heilmann am Dienstag dem Deutschlandfunk. Dies sei „natürlich jetzt eine Demonstration nach innen und nach außen“, so der Politologe weiter.

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Nach innen handele es sich um eine Demonstration von Stärke der chinesischen Regierung und der Parteiführung. Dabei spiele auch das Militär eine Rolle, „um die Macht der Partei zu zeigen“, da die Armee dieser direkt untersteht. Nach außen gehe es darum, „dass China nicht mehr herumgestoßen werden kann aus chinesischer Sicht, wie das Xi Jinping sagte, dass das Voranschreiten Chinas durch nichts und niemanden mehr aufgehalten werden kann“, sagte Heilmann.

Anders als bei Feierlichkeiten in anderen Staaten sei die Bevölkerung dort nur Zuschauer. „Das ist alles von oben gedacht, diese ganze Feierlichkeit“, so der China-Experte weiter. Dennoch sei „ein beachtlicher Teil der Bevölkerung wirklich stolz auf das, was erreicht wurde, dass China wieder eine starke Stellung in der Welt hat, dass es dieses Militär hat und nicht angreifbar ist“, sagte Heilmann dem Deutschlandfunk. Am Dienstag hatte China die Gründung der Volksrepublik vor 70 Jahren mit einer großen Militärparade in der Hauptstadt Peking gefeiert.

Am 1. Oktober 1949 rief Mao Zedong, Mitbegründer der Kommunistischen Partei Chinas, die Volksrepublik aus.