Polizei und Hilfsorganisationen feiern ersten Augsburger „Blaulichtgottesdienst“

Im Rahmen der Ulrichswoche gab es gestern Nachmittag eine Premiere: Erstmals waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Polizei undHilfsorganisationen zu einem „Blaulichtgottesdienst“ eingeladen. 

bistum_blaulichtgottesdienst_hilfsorganisation Polizei und Hilfsorganisationen feiern ersten Augsburger „Blaulichtgottesdienst“ News Augusta Club Ordnungsdienst (ACO) Basilika St. Ulrich und Afra Bischof Dr. Konrad Zdarsa Blaulichtgottesdienst Bundespolizei Johanniter Malteser Notfallseelsorge Polizei Rotes Kreuz | Presse Augsburg
Augsburgs Polizei und Hilfsorganisationen feierten Gottesdienst in Ulrich und Afra | Bisch. Pressestelle Augsburg – Nicolas Schnall

„Mit Ihrer Person, mit Ihrer Uniform zeigen Sie, dass es gut ist, Armen und Hilfsbedürftigen beizustehen“, richtete sich Bischof Konrad an die Besucher des Pontifikalamts in der Basilika St. Ulrich und Afra. Auch der Heilige Ulrich habe sich um Menschen gekümmert, die seine Hilfe brauchten.

Drei Farben waren gestern in der Ulrichsbasilika in verschiedenen Nuancen vorherrschend: Da war zum einen das Uniformgrün vieler Polizistinnen und Polizisten; auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeiseelsorge trugen grüne Westen. Dann gab es mehrere Dutzend Frauen und Männer aus der Notfallseelsorge mit gelben Jacken. Schließlich war die Bundespolizei mit blauen Uniformen vertreten, ebenso Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr Augsburg. Nicht zu vergessen schließlich Organisationen wie die Malteser und Johanniter, das Deutsche und das Bayerische Rote Kreuz sowie der Augusta Club Ordnungsdienst (ACO), der in der Unfallfolgehilfe tätig ist.

„Ich freue mich von Herzen, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind“, betonte Bischof Konrad bei der Eröffnung des Pontifikalamtes. Es wurde vom Polizeiorchester Bayern unter der Leitung von Gelsomino Rocco und Peter Bader an der Orgel musikalisch begleitet. Wie emotional Bischof Konrad mit Polizei und Hilfsorganisationen verbunden ist, klang während des Gottesdienstes an mehreren Stellen an. „Es ist wunderschön, dass es Sie gibt. Aber ich wünschte Ihnen, dass Sie möglichst wenig zu tun haben.“ Die Einladung zum „Blaulichtgottesdienst“ sei ausgesprochen worden, „weil zwischen uns die Chemie stimmt“.

Wie in der Kirche gebe es bei Polizei und Hilfsorganisationen klare Strukturen und Rangordnungen. Das seien keine künstlichen Strukturen zur Ausübung von Herrschaft und Macht. Sie dienten vielmehr der öffentlichen Ordnung und Sicherheit sowie dem Wohl der Menschen. Der Heilige Ulrich sei jemand gewesen, dem es nicht nur um die Kirche, sondern auch um die Sicherung der Stadt Augsburg und deren Verwaltung gegangen sei. Er sei eng mit seiner Sippe und seiner Heimat verbunden gewesen und habe Freude am Regieren gehabt, aber es sei ihm auch um den Dienst an Armen, Fremden und Kranken gegangen. Unermüdlich sei er in der Weite des Bistums zum Dienst der Kirche und zur Sicherheit des Landes unterwegs gewesen. Beim Heiligen Ulrich habe Glaube und Handeln gestimmt.

dkms_display_mundAuf_300x250_default Polizei und Hilfsorganisationen feiern ersten Augsburger „Blaulichtgottesdienst“ News Augusta Club Ordnungsdienst (ACO) Basilika St. Ulrich und Afra Bischof Dr. Konrad Zdarsa Blaulichtgottesdienst Bundespolizei Johanniter Malteser Notfallseelsorge Polizei Rotes Kreuz | Presse AugsburgBischof Konrad lud die Besucher des Gottesdienstes auch dazu ein, an jene Momente zu denken, „wo es Ihnen schwer gefallen ist in Ihrem Dienst.“ Unsere Hoffnung liege in Gott, für den nichts zu schwer sei. Manchmal sei es vielleicht nur ein kleines Stoßgebet, um ruhig und gelassen zu werden. Mit Blick auf die Polizei sagte Bischof Konrad auch: „Denken wir nur an die sehr schweren Tage, die wir hier in Augsburg erlebt haben.“ Er sprach es nicht konkreter aus. Aber jeder wusste, dass er damit die Ermordung eines Polizeibeamten im Siebentischwald und das Requiem im Augsburger Dom meinte.

Am Ende des Gottesdienstes gab Bischof Konrad allen drei Wünsche mit auf den Weg: „Dass Sie bei all Ihren Diensten immer unter dem Segen Gottes stehen und unter der Fürsprache unseres Bistumspatrons, des Heiligen Ulrich. Und dass Sie immer sicher heimkehren mögen zu Ihren Angehörigen.“ An das Pontifikalamt schloss sich ein Empfang an, während dem sich Bischof Konrad viel Zeit für das persönliche Gespräch mit den Frauen und Männern aus Polizei und Hilfsorganisationen nahm. Stellvertretend für alle dankte Michael Schwald, Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord, für die Wertschätzung, die mit der Einladung zum Gottesdienst gerade im Rahmen der Ulrichswoche zum Ausdruck komme. Bischof Konrad habe vor kurzem beim Fronleichnams-Gottesdienst davon gepredigt, Zeugnis abzulegen für den Glauben. Polizei und Hilfsorganisationen legten auch Zeugnis ab: „Für eine Welt, in der nicht das Recht des Starken herrscht, sondern die Stärke des Rechts.“